Ein iranischer Raketenangriff auf einen abgelegenen Militärstützpunkt im Indischen Ozean hat eine alarmierende Erkenntnis gebracht: Teherans Raketen reichen offenbar weiter als bisher bekannt – weit in Richtung Europa.
Der Angriff auf Diego Garcia
Wie das Wall Street Journal als erstes berichtete, feuerte der Iran am 20. März zwei ballistische Raketen auf den gemeinsamen US-britischen Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean. Die Insel liegt rund 4.000 Kilometer von der iranischen Küste entfernt. Beide Raketen verfehlten ihr Ziel: Eine scheiterte laut Times of Israel im Flug, die andere wurde von einem US-Kriegsschiff mit einem SM-3-Abfangrakete abgeschossen. Die britische Regierung bestätigte den gescheiterten Angriff.
Zamirs Warnung: „Berlin, Paris, Rom im Bedrohungsradius“
Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir zog aus dem Vorfall unmittelbar weitreichende Schlüsse. In einer Videobotschaft erklärte Zamir, der Iran habe eine zweistufige Interkontinentalrakete mit einer Reichweite von 4.000 Kilometern eingesetzt. Wie die Times of Israel berichtet, warnte er wörtlich: Diese Raketen seien nicht für Angriffe auf Israel bestimmt – ihre Reichweite erstrecke sich auf die Hauptstädte Europas. Berlin, Paris und Rom lägen allesamt im direkten Bedrohungsbereich.
Noch im Februar hatte Irans Außenminister Abbas Araghchi öffentlich versichert, Teheran habe die Reichweite seiner Raketen bewusst unter 2.000 Kilometer gehalten. Wie Fox News dokumentiert, war der Angriff auf Diego Garcia innerhalb von wenigen Wochen eine Verdopplung dieser angeblichen Obergrenze.
Krieg auf „halbem Weg“
Zamir nutzte seine Stellungnahme auch für eine Lagebewertung des laufenden Konflikts. Wie die Times of Israel berichtet, bezeichnete er den Feldzug gegen den Iran als auf „halbem Weg“ – mit klarer Richtung. Der iranische Machtapparat sei nach drei Wochen Krieg geschwächt, die Führung „angeschlagen und desorientiert“. Die Kämpfe würden auch während des jüdischen Pessachfests weitergehen, das am 1. April beginnt.
Trump eskaliert: 48-Stunden-Ultimatum
Parallel dazu erhöhen die USA den Druck auf Teheran erheblich. Wie CNBC berichtet, stellte US-Präsident Donald Trump dem Iran ein 48-Stunden-Ultimatum: Werde die Straße von Hormuz nicht vollständig geöffnet, würden die USA iranische Kraftwerke angreifen – beginnend mit dem größten. Iran hatte zuvor erklärt, die Meerenge nicht vollständig gesperrt, aber Einschränkungen für Schiffe aus Angreiferstaaten verhängt zu haben.
Der Angriff auf Diego Garcia markiert laut Militärexperten eine neue Qualitätsstufe im Konflikt: Nicht nur der Nahe Osten, sondern erstmals auch westliche Infrastruktur weit außerhalb der Region geriet in den Fokus iranischer Raketen.
Quellen:
- oe24.at: Israel-General warnt – Iranische Raketen reichen bis Europa (21.03.2026)
- Times of Israel: IDF chief – Campaign at „halfway“ stage; Iran’s fire at Diego Garcia shows Europe „within range“ (21.03.2026)
- Wall Street Journal: Iran fires missiles at US-UK military base (20.03.2026), zit. nach Jerusalem Post
- CNBC: Trump threatens to „obliterate“ Iran’s power plants if Strait of Hormuz not opened (21.03.2026)
- PJ Media: Iranian Ballistic Missiles Unsuccessfully Attack American Airbase at Diego Garcia (21.03.2026)
Credits: APA
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