Ein scharfer politischer Streit ist in Österreich zwischen Karl Habsburg, dem Oberhaupt des Hauses Habsburg-Lothringen, und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) entbrannt. Die Kontroverse begann mit deutlichen Worten Habsburgs anlässlich seiner Feier zum 65. Geburtstag und führte zu ebenso scharfen Reaktionen von FPÖ-Politikern.
Habsburgs Vorwurf der „Fünften Kolonne“
Anlässlich seines 65. Geburtstags hielt Karl Habsburg in Wien eine Rede, in der er die Fraktion „Patrioten für Europa“ im EU-Parlament, der auch die FPÖ angehört, scharf kritisierte. Wie oe24.at berichtet, bezeichnete Habsburg Teile dieser EU-Fraktion als „fünfte Kolonne Moskaus“. Er argumentierte, dass es sich bei diesen Gruppen nicht um Patrioten, sondern um „brutale Nationalisten“ handle, die dem europäischen Projekt feindlich gegenüberstünden.
Habsburg führte weiter aus, das Kernkonzept dieser Parteien sei die Rückabwicklung der europäischen Einigung hin zu einer reinen Zusammenarbeit zwischen Regierungen, ohne gemeinschaftliche Institutionen. Er behauptete zudem, dass viele der Parteien innerhalb der Fraktion „in irgendeiner Form mit Putin verbunden“ seien. Seiner Ansicht nach stelle dies einen „doppelten Hochverrat dar: am eigenen Land und an Europa“.
FPÖ kontert mit „Inzucht“-Attacke
Die Antwort der FPÖ ließ nicht lange auf sich warten und fiel heftig aus. FPÖ-Politiker Leo Lugner nutzte die soziale Plattform X, um auf Habsburgs Kritik zu reagieren. In einem zugespitzten Beitrag stellte er die Frage, ob „die jahrhundertelange Inzucht seines autokratischen Erbzirkels der Grund für diese wirren Beleidigungen der stärksten demokratischen Kraft in unserem Land ist?“. Dieser persönliche Angriff auf die Familiengeschichte Habsburgs verschärfte den Schlagabtausch erheblich.

Prominente FPÖ-Mitglieder treten aus Habsburger Orden aus
Die Auseinandersetzung zog weitere Kreise über die sozialen Medien hinaus. Nach den öffentlichen Äußerungen gab der ehemalige Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer seinen Austritt aus dem St.-Georgs-Orden bekannt, einem europäischen Orden des Hauses Habsburg. Karl Habsburg ist der Großmeister dieses Ordens.
In seiner Erklärung auf X begründete Hofer seinen Schritt: „Öffentliche Äußerungen, die dem Geist gegenseitiger Achtung widersprechen, lassen mir diesen Schritt als geboten erscheinen. Ich bedauere diese Entwicklung.“ Hofers Beispiel folgend, erklärte auch der FPÖ-Politiker Maximilian Krauss seinen Austritt aus dem Orden, was als klares und symbolisches Zeichen der Distanzierung von der von Habsburg geführten Institution zu werten ist.
Credits: APA
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