„Ins G’sicht hupfen“: NEOS-Mandatar Oberhofer sorgt im Ausschuss für Eklat — kein Einzelfall

„Ins G’sicht hupfen“: NEOS-Mandatar Oberhofer sorgt im Ausschuss für Eklat — kein Einzelfall

Im Tourismusausschuss des Nationalrats fiel ein NEOS-Abgeordneter mit einer Aussage auf, die weit unter dem parlamentarischen Niveau liegt. Es ist nicht das erste Mal, dass pinke Mandatare mit fragwürdiger Rhetorik für Schlagzeilen sorgen.

Der Sager und seine Folgen

Im parlamentarischen Tourismusausschuss kam es am vergangenen Donnerstag zu einem handfesten Eklat. NEOS-Tourismussprecher Dominik Oberhofer, seit 2024 Nationalratsabgeordneter und Tiroler NEOS-Landessprecher, richtete gegenüber der Grünen-Abgeordneten Barbara Neßler den Satz: „Am liebsten würde ich dir über den Tisch ins G’sicht hupfen.“ Thema war die Saisonnierregelung — Oberhofer warf Neßler laut heute.at vor, in der Ausschusssitzung dreimal die Unwahrheit über die Genehmigung der Saisonnier-Kontingente unter der schwarz-grünen Vorgängerregierung gesagt zu haben. Ausschuss-Obmann Christoph Steiner (FPÖ) mahnte ihn umgehend ab: „Ich bin kein Verteidiger der Grünen, aber so eine Aussage geht nicht, schon gar nicht gegenüber einer Frau.“ Oberhofer entschuldigte sich nach dem Vorfall.

Neßler zeigte sich trotzdem wenig versöhnlich. Laut heute.at sagte sie: „Ich rate den NEOS, ihren Abgeordneten zu einem Anti-Gewalt-Workshop zu schicken.“

Kein Einzelfall in der Partei

Oberhofers Ausraster reiht sich in ein Muster ein, das bei den NEOS immer wieder sichtbar wird. Ende 2025 sorgte EU-Abgeordneter Helmut Brandstätter für einen diplomatischen Eklat, als er die Vereinigten Staaten auf der Plattform X als „Piggy Land“ — zu Deutsch: Schweineland — bezeichnete. FPÖ-Chef Kickl forderte damals von Kanzler Stocker, der „außenpolitischen Geisterfahrt der NEOS“ Einhalt zu gebieten.

Auch intern zeigen sich Risse: Nikolaus Scherak verließ bei der Abstimmung über die Spritpreisbremse im März 2026 als einziger NEOS-Abgeordneter den Sitzungssaal — eine öffentliche Demonstration von Dissens gegenüber der eigenen Fraktion. Zuvor hatte Mandatar Veit Dengler in einem Podcast offen erklärt, er hätte den Eintritt in die Dreierkoalition nicht vollzogen.

Partei in der Krise

Die verbalen und politischen Eskapaden fallen in eine Phase, in der die NEOS laut Lazarsfeld-Umfrage nur noch bei 7 Prozent liegen — deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 9,1 Prozent im Herbst 2024. Die Partei ringt erkennbar damit, ihr liberales Profil in der Regierungsverantwortung zu behalten, ohne die Koalition zu gefährden. Dass einzelne Mandatare dabei in der Öffentlichkeit — und im Parlament — zunehmend aus der Reihe tanzen, verstärkt den Eindruck einer Partei unter Druck.

Credits: Markus Trainer, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

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