Inferno der Air India: Wie der Passagier auf Platz 11A überlebte

Inferno der Air India: Wie der Passagier auf Platz 11A überlebte

Es ist das Wunder von Ahmedabad: Der Passagier aus Sitz 11A überlebt einen Flugzeugabsturz inmitten von 241 Todesopfern – Vishwash Kumar Ramesh, 40 Jahre alt und britischer Staatsbürger aus Leicester, überlebte – schwer verletzt, aber bei Bewusstsein. Seine Geschichte bewegt inzwischen Menschen rund um den Globus.

Der Air-India-Flug war am Donnerstagmorgen vom Flughafen Ahmedabad gestartet, als sich nur Sekunden nach dem Abheben dramatische Szenen an Bord abspielten. Nach ersten Informationen kam es rund 30 Sekunden nach dem Start zu einem technischen Problem. Die Maschine – eine Boeing 787 Dreamliner – verlor rapide an Höhe und stürzte in ein dicht besiedeltes Viertel im Westen der Millionenstadt.

Ramesh, der in Sitz 11A der vorderen Economy-Class saß, konnte sich aus dem Wrack befreien. Laut Augenzeugen und Sanitätern wurde er offenbar aus dem Flugzeug geschleudert – und kam wie durch ein Wunder nicht lebensgefährlich verletzt davon. Ein Video, das in sozialen Netzwerken viral ging, zeigt einen leicht blutenden Mann, der desorientiert, aber laufend die Unglücksstelle verlässt – umgeben von einer fassungslosen Menge.

„Ich bekam Angst – und bin einfach losgerannt“

Gegenüber der indischen Zeitung Hindustan Times schilderte Ramesh später, wie er die Katastrophe erlebte: „Kurz nach dem Start gab es ein lautes Geräusch. Das Flugzeug fühlte sich an, als würde es in der Luft stehen bleiben. Dann begannen die Lichter zu flackern – grün, weiß – und plötzlich krachte die Maschine in ein Gebäude.“

Nach dem Aufprall sei um ihn herum Chaos ausgebrochen: „Überall lagen Leichen. Ich hatte Todesangst. Ich bin aufgestanden und einfach losgerannt. Ich wollte nur raus.“

Sein Abschnitt der Maschine sei, so vermuten Experten, vergleichsweise flach auf dem Boden aufgeschlagen – im Gegensatz zu anderen Bereichen, die von der Wucht des Aufpralls zerstört wurden oder in Flammen aufgingen. „Ich sah einen Ausgang. Ich dachte: Vielleicht ist das meine Chance. Ich habe es versucht – und es hat funktioniert.“

„Ich weiß nicht, warum ich überlebt habe“

In Interviews mit lokalen Reportern und internationalen Medien wie dem Guardian wirkt Ramesh nachdenklich. „Ich weiß nicht, warum ich überlebt habe. Die Menschen um mich herum – sie starben direkt vor meinen Augen. Ich kann das nicht vergessen.“

Auch der behandelnde Notarzt, Dr. Dhaval Gameti, bestätigte: „Er war desorientiert, hatte mehrere Verletzungen, aber keine lebensbedrohlichen. Er war bei Bewusstsein und sprach mit uns.“

Das Schicksal von Vishwash Kumar Ramesh hat international für Anteilnahme gesorgt. In sozialen Netzwerken wird sein Überleben als „Wunder“, „göttliches Eingreifen“ oder „unerklärliches Glück“ beschrieben. Doch bei aller Faszination wirft das Unglück auch ernste Fragen auf: Warum stürzte die technisch hochgerüstete Boeing kurz nach dem Start ab? Warum gab es keinen Notruf? Und wie konnte es zu einem derart verheerenden Aufprall mitten in einem Wohngebiet kommen?

Indische Behörden haben eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Die Flugdatenschreiber wurden inzwischen geborgen, ein technischer Defekt gilt als wahrscheinlich. Auch Boeing steht unter Druck: Es wäre nicht der erste Vorfall mit einer 787, bei dem sicherheitsrelevante Fragen aufkommen.

Während die Welt auf Antworten zur Absturzursache wartet, bleibt die Überlebensgeschichte von Vishwash Kumar Ramesh ein heller Punkt inmitten einer beispiellos dunklen Tragödie. 241 Menschen kamen ums Leben – darunter auch zwölf Bewohner des betroffenen Wohnviertels. Doch einer entkam: verletzt, traumatisiert, aber am Leben. Der Mann aus Sitz 11A.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x