Kaum sind die Diskussionen um ihre hohen Reisekosten abgeklungen, schon sorgt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) für die nächsten Schlagzeilen. Für ihre Reise zum EU-CELAC-Gipfel nach Kolumbien wählte sie nicht etwa einen Linienflug, sondern den luxuriös ausgestatteten Regierungsjet ihres tschechischen Amtskollegen.
Mitflug-Gelegenheit mit Zündstoff
Wie exxpress.at berichtet, nahm die Ministerin das Angebot von Jan Lipavský an, in seinem Airbus A-319CJ nach Santa Marta zu fliegen. Das Außenministerium spricht von einer „Mitflug-Gelegenheit“, die Kosten sparen sollte. Doch die Reise in einer Maschine, die über eine Business-Ausstattung und einen eigenen Konferenzbereich verfügt, sorgt für Zündstoff. Schließlich stand Meinl-Reisinger erst kürzlich wegen Reisekosten von 261.000 Euro in nur drei Monaten in der Kritik.
Die Sprecherin der Ministerin erklärte gegenüber der Zeitung Heute, dass es eine der wichtigsten Aufgaben sei, „Österreich bei internationalen Treffen zu vertreten und enge persönliche Kontakte zu halten“. Man sei bemüht, die Kosten gering zu halten, weshalb man die Einladung angenommen habe.
Gipfel-Show oder Staatsräson?
Während Oppositionspolitiker der Ministerin eine „Selbstinszenierung als Weltaußenministerin“ vorwerfen, betont ihr Büro, sie handle stets im Interesse Österreichs. Meinl-Reisinger selbst verteidigt ihre Reiseoffensive:
„Nur, wenn wir international gut vernetzt sind, können wir erfolgreich sein.“
Fakt ist: Die Ministerin, die derzeit viele Termine für den rekonvaleszenten Bundeskanzler übernimmt, reist viel. Erst letzte Woche war sie in Ägypten, davor mehrfach in den USA und der Ukraine.
Laut ihrem Ministerium entstanden für den Hinflug im tschechischen Jet keine Kosten für den Steuerzahler. Der Rückflug, so heißt es, soll allerdings mit einer Linienmaschine erfolgen und von Österreich bezahlt werden. Ob sich der Aufwand am Ende wirklich „in jeder Hinsicht auszahlt“, wie die Ministerin meint, bleibt abzuwarten. Das Bild einer im Luxusflieger reisenden Politikerin wird in den Köpfen der Wähler jedoch sicher hängen bleiben.
Credits: APA
Neueste Kommentare