IFDD-Umfrage: 73 Prozent gegen Babler als Minister – SPÖ-Lösung fällt durch

IFDD-Umfrage: 73 Prozent gegen Babler als Minister – SPÖ-Lösung fällt durch

Andreas Babler gibt Vizekanzleramt und Parteivorsitz ab, Minister will er bleiben. Genau das lehnt eine deutliche Mehrheit der Österreicher ab. Auch der gesamte SPÖ-Kompromiss vom vergangenen Wochenende kommt in einer neuen IFDD-Umfrage schlecht weg.

Nur 19 Prozent für Babler als Minister

Für die Erhebung im Auftrag der “Kronen Zeitung” hat das Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) von 7. bis 10. Oktober 1.000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren online befragt, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 3,1 Prozentpunkten. Gefragt wurde ausdrücklich, ob Babler nach seinem Rückzug als SPÖ-Vorsitzender Anfang 2027 Minister bleiben soll. 73 Prozent sagen Nein, 19 Prozent Ja, 8 Prozent machen keine Angabe, wie exxpress berichtet. In seinem Video an die Mitglieder hatte Babler erklärt, es sei Marterbauers Wunsch, dass er Teil des Regierungsteams bleibe.

“Nur ein Übergang”

Auch die Lösung insgesamt überzeugt die Befragten nicht. 80 Prozent halten sie für ungeeignet, die SPÖ aus der Krise zu führen, nur 9 Prozent für geeignet. 92 Prozent sehen darin lediglich einen Übergang, gerade einmal 4 Prozent einen echten Neustart. Dass Klubobmann Philip Kucher und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner Babler geschäftsführend zur Seite gestellt werden, halten 66 Prozent für keine gute Lösung, 20 Prozent bewerten es positiv.

Inhalte vor Köpfen

Was die SPÖ aus Sicht der Befragten braucht: 53 Prozent nennen eine inhaltliche Neuausrichtung, 51 Prozent einen personellen Neustart, 50 Prozent mehr Geschlossenheit. Mehrfachnennungen waren möglich. “Die Bürger haben wenig Verständnis für politische Selbstbeschäftigung”, sagt IFDD-Chef Christoph Haselmayer.

Babler als “Sieger” des Machtkampfs

Eine Wendung hat die Umfrage dennoch: 47 Prozent finden, dass sich Babler beim internen Showdown eher durchgesetzt hat, nur 36 Prozent sehen die Landesparteichefs vorne. Das passt zu Berichten, wonach sich acht der neun Landeschefs einen sofortigen Rückzug gewünscht hatten, Babler aber einen schrittweisen Übergang aushandelte.

Ministeramt mit Ablaufdatum?

Ob Babler tatsächlich dauerhaft in der Regierung bleibt, ist ohnehin fraglich. Oberösterreichs SPÖ-Chef Martin Winkler sagte vor wenigen Tagen in der “Krone”, Babler bleibe nur “vorläufig” im Kabinett: “Das wird nicht so bleiben.” Laut Berichten wird in der SPÖ über eine Regierungsumbildung nachgedacht, sobald Finanzminister Markus Marterbauer Anfang 2027 Vizekanzler wird. Dieselbe IFDD-Umfrage sieht die SPÖ in der Sonntagsfrage bei 13 Prozent, hinter den Grünen mit 14 Prozent.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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