Nach Trump legt Musk nach: “Selenskyj ist zu weit gegangen”

Nach Trump legt Musk nach: “Selenskyj ist zu weit gegangen”

Der Streit zwischen Washington und Kiew bekommt einen prominenten Mitspieler. Nachdem US-Präsident Donald Trump einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert hat, schlägt sich auch Tech-Milliardär Elon Musk auf seine Seite. In Moskau wird das gefeiert, in Kiew kontert Wolodymyr Selenskyj.

Fünf Worte auf X

Musk reagierte auf seiner Plattform X direkt auf ein Video, das der offizielle Account des Weißen Hauses mit Trumps Aussagen verbreitet hatte. Sein Kommentar: “Zelensky has gone too far” – Selenskyj ist zu weit gegangen. Trump hatte am Samstag vor Journalisten erklärt, “ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt”, und Kiew aufgefordert, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Diese würden die Dieselpreise in die Höhe treiben und amerikanischen Landwirten schaden.

Applaus aus Moskau

In Russland fiel die Unterstützung sofort auf. Kirill Dmitrijew, Chef des russischen Direktinvestitionsfonds und Sonderbeauftragter Wladimir Putins für Wirtschaftszusammenarbeit, teilte Musks Posting auf X und kommentierte es mit zwei Worten: “Tipping point” – ein Wendepunkt. Bereits zuvor hatte er Trumps Aussage als “ikonisch und historisch” bezeichnet.

Selenskyj: “Einfacher, über Preise zu reden”

Selenskyj reagierte in einem Interview mit dem US-Sender ABC auf die Kritik. Auf Musk angesprochen, sagte er sinngemäß, diese Leute fänden keinen Schlüssel, um Putin zu stoppen. Es sei schwieriger, Putin aufzuhalten, als andere unter Druck zu setzen, und einfacher, über Preise zu sprechen und sie mit der Ukraine in Verbindung zu bringen. “Dabei versteht jeder auf der Welt, dass die Preise wegen des Kriegs im Nahen Osten und der Blockade von Hormus steigen.” Den Diesel-Deal zwischen Trump und Putin hatte Selenskyj zuvor als “weder fair noch ehrlich” und als “Geburtstagsgeschenk” für Putin bezeichnet.

Starlink als heikler Faktor

Brisant ist Musks Positionierung wegen Starlink. Das Satellitennetzwerk seiner Firma SpaceX nutzen die ukrainischen Streitkräfte für Kommunikation, Truppenkoordination und Drohneneinsätze. Eine Ankündigung, die Unterstützung einzuschränken, gibt es laut “Weltwoche” allerdings nicht. Zusätzliches Gewicht hat Musks Stimme in Washington: Erst Ende September hatte ihn Verteidigungsminister Pete Hegseth gemeinsam mit Anduril-Gründer Palmer Luckey und Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich mit der Leitung des Pentagon-Projekts “Meridian” zur Zukunft der US-Streitkräfte beauftragt.

Nicht der erste Angriff

Musk hat Selenskyj schon früher wiederholt scharf attackiert. Anfang 2025 forderte er ihn auf X etwa auf, Wahlen abzuhalten, und behauptete ohne Belege, der ukrainische Präsident sei bei der Bevölkerung verhasst, wie die britische “Independent” damals berichtete.

Credits: BKA Christopher Dunker

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