Hyatt-Milliardär tritt zurück: Verbindungen zu Epstein belasten Thomas Pritzker

Hyatt-Milliardär tritt zurück: Verbindungen zu Epstein belasten Thomas Pritzker

Die Enthüllungen rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ziehen weiterhin weite Kreise. Nun hat auch Thomas Pritzker, der 75-jährige Milliardär und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende der Hyatt Hotels Corporation, seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Grund: seine langjährigen Kontakte zu Epstein und dessen Vertrauten Ghislaine Maxwell, die in den kürzlich veröffentlichten Ermittlungsakten des US-Justizministeriums dokumentiert wurden.

„Schlechtes Urteilsvermögen“: Pritzker zeigt Reue

In einer Stellungnahme erklärte Pritzker, er habe „schlechtes Urteilsvermögen“ bewiesen, indem er den Kontakt zu Epstein und Maxwell aufrechterhielt. „Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass ich mich nicht früher distanziert habe“, so Pritzker. Er betonte, dass er tiefes Bedauern über die von Epstein und Maxwell verursachten Schäden empfinde und die Opfer in ihren Leiden unterstütze.

Die Entscheidung, seinen Posten niederzulegen, sei nach Gesprächen mit dem Hyatt-Vorstand gefallen. Pritzker wolle damit Schaden vom Unternehmen abwenden und eine reibungslose Übergabe sicherstellen. Sein Nachfolger wird Mark Hoplamazian, der bisherige Präsident und CEO von Hyatt.

Verbindungen zu Epstein: Ein Netzwerk der Elite

Die veröffentlichten Dokumente zeigen, dass Pritzker auch nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 regelmäßig Kontakt zu ihm hatte. Laut „The Hill“ und „The Guardian“ beinhalteten diese Kontakte unter anderem E-Mails, in denen Epstein Pritzker um Unterstützung für Bekannte bat, beispielsweise bei der Jobsuche in Hyatt-Hotels. Pritzker selbst wurde jedoch nicht strafrechtlich belangt.

Pritzker ist nicht der einzige prominente Name, der durch die Epstein-Akten in Bedrängnis geriet. Auch andere hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur, darunter der ehemalige Goldman-Sachs-Chefjurist Kathryn Ruemmler und der Hollywood-Agent Casey Wasserman, sahen sich gezwungen, ihre Posten niederzulegen.

Ein Schatten über der Hyatt-Dynastie

Die Hyatt-Hotelkette wurde in den 1950er Jahren von Pritzkers Vater, Jay Pritzker, gegründet und entwickelte sich zu einem der weltweit führenden Hotelkonzerne. Thomas Pritzker leitete das Unternehmen über zwei Jahrzehnte und prägte dessen Erfolg maßgeblich. Sein Rücktritt markiert nun das Ende einer Ära – und wirft einen Schatten auf das Vermächtnis der Pritzker-Familie.

Ein globales Netzwerk unter der Lupe

Die Epstein-Affäre zeigt einmal mehr, wie tief die Verstrickungen des Milliardärs in die Elite reichen. Die Enthüllungen werfen nicht nur Fragen über persönliche Verfehlungen auf, sondern auch über die Verantwortung von Unternehmen und Institutionen, die mit solchen Personen in Verbindung standen.

Quellen: exxpress.at, The Guardian, Al Jazeera, The Hill
Credits: APA

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