Es ist der Albtraum jeder Frau, der im Linzer Kepler Universitätsklinikum traurige Realität wurde. Einer jungen Patientin wurde die Gebärmutter herausoperiert – völlig umsonst! Wie sich später herausstellte, litt die Frau nie an Krebs. Eine schlampige Verwechslung im Labor soll ihr Leben für immer verändert haben.
Für Katharina Wolle (Name geändert) begann das Martyrium an einem Sommertag, der ihr Leben zerstörte. Die erst 30-jährige Oberösterreicherin erhielt eine Diagnose, die einem Todesurteil glich: Ein hochaggressiver Tumor wüte in ihrem Körper. Die Ärzte drängten zur Eile,. Es blieb keine Zeit für eine Zweitmeinung, hieß es demnach. Die einzige Rettung schien eine radikale Operation zu sein.
Total-OP trotz kerngesundem Körper
Das Drama nahm seinen Lauf: Am 5. August legte sich die junge Frau unters Messer. In einer schweren Operation entfernten ihr die Chirurgen nicht nur die komplette Gebärmutter, sondern auch beide Eileiter und einen Eierstock. Als sie aus der Narkose aufwachte, glaubte sie, den Krebs besiegt zu haben – doch sie bezahlte einen hohen Preis: Mit gerade einmal 30 Jahren wurde ihr die Chance genommen, jemals eigene Kinder zu bekommen.
Doch was dann ans Licht kam, ist ein Skandal, der sprachlos macht. Wie die „OÖN“ aufdeckten, war die junge Frau kerngesund! Bei der routinemäßigen Nachuntersuchung des entnommenen Gewebes fanden die Pathologen keine einzige Krebszelle. Das Organ war vollkommen intakt.
Verhängnisvolle Verwechslung im Labor
Wie konnte das passieren? Die Spurensuche führt in die Pathologie des Krankenhauses. Offenbar wurde die ursprüngliche Gewebeprobe der Patientin mit Material eines anderen Kranken verunreinigt. Eine sogenannte „Kreuzkontamination“ führte zu dem fatalen Falsch-Befund. „Die Probe war wohl durch die eines anderen Patienten kontaminiert worden“, bestätigt auch „ooe.ORF.at“.
Besonders brisant: Während die Ärzte intern wohl schon Wochen nach der OP Bescheid wussten, ließen sie die Patientin laut Berichten im Ungewissen. Erst Mitte September, also rund sechs Wochen nach dem verhängnisvollen Eingriff, erfuhr das Opfer die Wahrheit. „Ich bin monatelang jeden Morgen aufgewacht und jeden Abend schlafen gegangen – mit der Angst, bald zu sterben“, schildert die traumatisierte Frau gegenüber der „Krone“ ihre Todesangst in dieser Zeit.
„Ich bin keine Zahl, ich bin ein Mensch“
Die Klinikleitung spricht von einer „Komplikation“ und verweist darauf, dass man nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Die Behandlung sei „nach dem aktuellen medizinischen Standard und lege artis“ erfolgt, zitiert „Die Presse“ eine Stellungnahme. Ein schwacher Trost für die Betroffene, deren Lebensplanung mit einem Schlag zerstört wurde.
Ihr Anwalt Rainer Hable erhebt schwere Vorwürfe: „Dass die Gesundheit einer jungen Frau zerstört wurde, ist schlimm genug. Die Patientin dann allein zu lassen, lässt einen fassungslos zurück“, sagt er gegenüber „News“. Die junge Frau fühlt sich im Stich gelassen: „Das Schlimmste ist, dass niemand Verantwortung übernimmt. Ich bin keine Zahl. Ich bin ein Mensch“, klagt sie in der „Krone“ an.
Quellen: oe24.at, ooe.ORF.at, Die Presse, OÖN, Kronen Zeitung
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