Horror-Heim in Wien: Direktorin will von nichts gewusst haben – Senioren litten Höllenqualen!

Horror-Heim in Wien: Direktorin will von nichts gewusst haben – Senioren litten Höllenqualen!

Es sind Szenen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. In einem Wiener Straflandesgericht wird derzeit das dunkle Geheimnis einer mittlerweile geschlossenen Seniorenresidenz verhandelt. Auf der Anklagebank sitzt die ehemalige Direktorin der Einrichtung. Der Vorwurf wiegt unfassbar schwer: Sie soll wehrlose Heimbewohner gequält und vernachlässigt haben. So kam es in dem Heim über Jahre hinweg zu einem beispiellosen Organisationsversagen, das die Patienten mit ihrer Gesundheit und Würde bezahlen mussten.

Knochenbrüche und schmutzige Betten

Die Liste der Grausamkeiten ist lang und erschütternd. Bei 17 vernachlässigten Senioren traten laut Anklageschrift massive Pflegeschäden auf. Die bettlägerigen Bewohner litten unter Mangelernährung, Austrocknung, tiefen Aufliegegeschwüren und sogar Knochenbrüchen. Wie oe24.at detailliert schildert, wurde ein auf den Rollstuhl angewiesener Mann durch eine Sitzhose am Aufstehen gehindert. Weil diese unfachmännisch angelegt war, hätte sich der Senior beinahe selbst stranguliert. Auch im Bett wurde er durch Seitenteile eingesperrt, kletterte in seiner Verzweiflung darüber und verletzte sich bei Stürzen schwer.

Als Kontrolleure der MA 40 unangekündigt vor der Tür standen, bot sich ihnen ein Bild des Schreckens: Sie fanden schmutzige Zimmer und völlig versiffte Betten vor. Um Kosten zu sparen, wurden kaum diplomierte Krankenpfleger beschäftigt. Stattdessen setzte man ungeschulte Hilfskräfte aus dem Ausland ein, die kaum Deutsch sprachen.

Tränen und Ausreden im Gerichtssaal

Von Reue fehlt bei der Angeklagten jede Spur. Die Frau, die von Jänner 2019 bis August 2022 als alleinverantwortliche Direktorin tätig war, wies vor Gericht sämtliche Vorwürfe von sich. Sie behauptete, sie sei nur für das Kaufmännische, die Abrechnung und die Verwaltung zuständig gewesen. Von der Pflege und den Dienstplänen habe sie keine Ahnung gehabt. Als die Richterin sie mit einer Gefährdungsanzeige konfrontierte und darauf hinwies, dass der Betriebsrat schon im Jahr 2019 Alarm geschlagen hatte, brach die Frau in einen Weinkrampf aus und rief immer wieder: „Das stimmt nicht, das stimmt nicht!“

Ehemaliger Mitarbeiter packt aus

Die Verteidigungsstrategie der Direktorin wackelt jedoch gewaltig. Ihr Anwalt argumentierte, sie habe keine Pflicht zur Fürsorge gehabt – das sei Aufgabe des Pflegedienstleiters gewesen. Doch genau dieser pensionierte Mitarbeiter sagte als Zeuge gegen sie aus. Wie oe24.at aus dem Gerichtssaal berichtet, erklärte der Mann, die Direktorin habe ihm seine Rechte entzogen und im Jahr 2020 das Pflegemanagement einfach selbst übernommen. Mehr noch: Es sei ihm strikt verboten worden, mit dem Betriebsrat über die katastrophalen Missstände zu sprechen. Um den eklatanten Personalmangel zu vertuschen, soll die Angeklagte sogar inoffizielle Dienstpläne geführt haben.

Die Verhandlung wird Anfang Mai mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt. Sollte die bisher unbescholtene Frau verurteilt werden, drohen ihr ein bis drei Jahre Haft. Die Residenz selbst existiert nicht mehr – der Pachtvertrag wurde nicht verlängert und die verbliebenen Bewohner wurden in anderen Heimen untergebracht, wo sie nun hoffentlich die Pflege bekommen, die sie verdienen.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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