Auf SPÖ-Betreiben: Immobilienertragssteuer wird erhöht – Immobilienbranche besorgt

Auf SPÖ-Betreiben: Immobilienertragssteuer wird erhöht – Immobilienbranche besorgt

Im neuen Doppelbudget 2027/28 steckt eine Maßnahme, die vor allem die SPÖ durchgesetzt hat: Die Immobilienertragssteuer wird erhöht – mit besonderem Fokus auf Umwidmungsgewinne. Immobilienexperten warnen vor Folgen für den Wohnungsmarkt.

Was die SPÖ durchgesetzt hat

Die Erhöhung der Immobilienertragssteuer (ImmoESt) war eine klare SPÖ-Forderung im Budgetpoker. Wie die SPÖ auf ihrer Website erklärte, sieht Vizekanzler Andreas Babler die Maßnahme als Beleg dafür, dass in der Regierung „jene, die mehr leisten können, auch mehr beitragen“ – konkret Reiche und Vermögende. Die Immobilienertragssteuer ist Teil des einnahmenseitigen Konsolidierungspakets, auf das die Sozialdemokraten gedrungen hatten. Die Partei will damit sicherstellen, dass mehr als die Hälfte des Sparvolumens über Mehreinnahmen statt über Ausgabenkürzungen finanziert wird.

Die konkrete Maßnahme: Umwidmungsgewinne trifft es besonders

Wie der ORF berichtete, sieht die Regelung vor, dass bei der Veräußerung von umgewidmetem Grund – also etwa von Grünland, das zu Bauland gemacht wurde – ein 30-prozentiger Aufschlag auf den Veräußerungsgewinn fällig wird, der dann der Immobilienertragssteuer unterliegt. Bereits im ersten Doppelbudget 2025/26 hatte die Regierung einen solchen Umwidmungszuschlag eingeführt, der ab 1. Juli 2025 gilt. Das neue Budget weitet diese Logik aus und erhöht die Steuer auf Immobiliengewinne weiter. Für 2027 rechnet das Finanzministerium damit laut ORF mit rund 30 Millionen Euro Mehreinnahmen, langfristig mit deutlich mehr.

Wirtschaft und Immobilienbranche warnen

Kritik kommt aus der Immobilienwirtschaft. Wie exxpress.at berichtete, warnen Branchenvertreter davor, dass eine weitere Erhöhung der Immobilienertragssteuer Investitionen in Wohnbau und Sanierung bremsen könnte – genau in einer Phase, in der Österreich ohnehin unter akutem Wohnungsmangel leidet. Die WKÖ-Immobilientreuhänder hatten bereits bei der Einführung des Umwidmungszuschlags 2025 moniert, dass solche Maßnahmen Grundstückseigentümer davon abhalten könnten, Grundstücke für den Wohnbau freizugeben.

Die Agenda Austria ergänzt den Befund: Die Immobilienertragssteuer sei als Instrument der Budgetsanierung zwar „ökonomisch nicht das Schlechteste“, bringe aber vergleichsweise wenig und sende ein weiteres negatives Signal für Investitionen in den ohnehin angespannten österreichischen Immobilienmarkt.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x