Hormuz wieder dicht: Iran macht Öffnung nach weniger als 24 Stunden rückgängig

Hormuz wieder dicht: Iran macht Öffnung nach weniger als 24 Stunden rückgängig

Die kurze Erleichterung an den Weltmärkten ist vorbei. Kaum hatte der Iran die Straße von Hormuz für Handelsschiffe geöffnet, folgte am nächsten Tag die Kehrtwende. Der Grund: Die USA halten an ihrer Seeblockade fest.

Öffnung, Jubel, Rückzieher — innerhalb eines Tages

Am Freitag, dem 17. April 2026, hatte der iranische Außenminister Abbas Araghchi die Meerenge für alle Handelsschiffe als offen erklärt — im Rahmen der gleichzeitig in Kraft getretenen zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. US-Präsident Trump begrüßte den Schritt auf Truth Social mit einem simplen „Vielen Dank“. Doch gleichzeitig machte er klar, wie CNBC berichtet: Die US-Blockade iranischer Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman bleibt bis zu einem vollständigen Abkommen mit Teheran in Kraft. 13 Schiffe wurden laut dem Pentagon bereits von der US-Marine abgefangen und zur Umkehr gezwungen.

Die Wirkung war prompt: Videoaufnahmen des Schiffstracking-Unternehmens Kpler zeigten laut CNBC, wie Tanker und Frachtschiffe am Freitag versuchten, die Meerenge zu verlassen — und umkehrten. Die Straße war de facto nie wirklich frei.

Iran: Öffnung nur bei Gegenleistung — und die kam nicht

Am Samstag zog Teheran die Konsequenzen. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, gab das Hauptquartier der iranischen Streitkräfte bekannt, die Meerenge werde erneut streng kontrolliert, solange die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten. In der offiziellen Erklärung, auf die sich auch die Weltwoche beruft, hieß es, der Iran habe einer kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öl- und Handelsschiffen zugestimmt — die USA hätten jedoch ihre Blockade fortgesetzt. Deshalb sei die Kontrolle wieder in den früheren Zustand versetzt worden.

Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hatte die Drohung bereits unmissverständlich auf X formuliert: „Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormuz nicht offen bleiben.“

Trump: Blockade bleibt — aber Deal in Sicht?

Trump hält an seiner Linie fest. Wie die Weltwoche berichtet, erklärte er, die Blockade bleibe „bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran“ bestehen. Zugleich stellte er auf Truth Social einen möglichen Deal „in den nächsten ein oder zwei Tagen“ in Aussicht und kündigte „ziemlich gute Nachrichten“ an.

Der Hintergrund: Die ersten Friedensgespräche zwischen US-Vizepräsident JD Vance und einer iranischen Delegation in Islamabad waren am Sonntag zuvor gescheitert. Danach hatte Trump die vollständige Seeblockade verhängt. Wie Euronews berichtet, ist unklar, wer auf iranischer Seite die volle Kontrolle über die Revolutionsgarden und deren Einheiten in Hormuz tatsächlich hält — seit dem Tod des Obersten Führers Khamenei beim Kriegsbeginn am 28. Februar eine offene Machtfrage.

Die Straße von Hormuz bleibt damit das entscheidende Druckmittel beider Seiten — und eines der wichtigsten geopolitischen Nadelöhre der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggastransports läuft normalerweise durch diese 54 Kilometer schmale Meerenge.

Credits: WIKIPEDIA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x