Hohe Arbeitslosigkeit, steigende Beschäftigung: Syrer in Österreich in Zahlen

Hohe Arbeitslosigkeit, steigende Beschäftigung: Syrer in Österreich in Zahlen

Die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt bleibt eine der größten Baustellen der österreichischen Politik. Die offiziellen Zahlen zeigen ein zweischneidiges Bild: Die Arbeitslosigkeit unter Syrern und Afghanen ist weiterhin sehr hoch. Gleichzeitig ist der Anteil der Erwerbstätigen innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Ab 2027 will die Regierung mit einem Integrationspflichtengesetz nachschärfen.

Jeder dritte Syrer arbeitslos

Laut einem Factsheet des Österreichischen Integrationsfonds vom Juli lag die Arbeitslosenquote in Österreich 2025 insgesamt bei 7,4 Prozent. Bei Syrern betrug sie rund 33 Prozent, bei Afghanen 23 Prozent. Bei Frauen sind die Werte noch höher: Die Arbeitslosenquote von Syrerinnen lag bei rund 43 Prozent, jene von Afghaninnen bei 37 Prozent. Fasst man Menschen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak zusammen, lag die Arbeitslosenquote laut Statistischem Jahrbuch 2025 bei 28,9 Prozent. Bei österreichischen Staatsbürgern waren es 6,1 Prozent, bei ausländischen Staatsbürgern insgesamt 11 Prozent.

Erwerbsquote steigt von 40 auf 49 Prozent

Es gibt aber auch eine positive Entwicklung, die in der aktuellen Debatte oft untergeht. Laut dem Statistischen Jahrbuch “Migration & Integration 2026”, das Statistik Austria und der ÖIF im September vorgestellt haben, stieg die Erwerbstätigenquote von Personen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak gegenüber dem Vorjahr von 40 auf 49 Prozent. Rund die Hälfte der Menschen aus diesen Ländern im erwerbsfähigen Alter ist damit weiterhin nicht erwerbstätig, deutlich mehr als im Bevölkerungsdurchschnitt. Besonders niedrig ist die Erwerbsbeteiligung bei Frauen: Von den Frauen mit Migrationshintergrund aus diesen Ländern sind nur 29 Prozent erwerbstätig. Auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigten sank zuletzt: Im Juni 2026 waren es laut ÖIF rund 37.000, nach durchschnittlich rund 44.000 im Jahr 2025.

Pflicht statt Angebot

Mit dem ab 2027 geplanten Integrationspflichtengesetz will die Regierung die Entwicklung beschleunigen. Deutsch lernen, die Grundwerte akzeptieren und sich um Arbeit bemühen soll künftig verbindlich werden. “Wer in Österreich leben will, muss Deutsch lernen, unsere Werte akzeptieren und bereit sein, sich durch Arbeit eine eigenständige Zukunft aufzubauen”, sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) laut “Heute”. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) sieht den Arbeitsplatz als besten Ort, um Deutsch zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

Bis zu 5.000 Euro Strafe

Wer die neuen Pflichten verweigert, muss mit Konsequenzen rechnen. Zunächst droht laut “Heute” der Verlust der Sozialhilfe, in weiterer Folge Geldstrafen von bis zu 5.000 Euro. Das Gesetz ist derzeit in Begutachtung, die Frist endet am 12. November. Kritiker wie Sozialorganisationen verweisen darauf, dass viele Geflüchtete erst seit wenigen Jahren im Land sind, Deutschkurse oft ausgebucht sind und gerade Frauen durch fehlende Kinderbetreuung am Arbeiten gehindert werden. Die Regierung setzt dagegen darauf, dass Verbindlichkeit und Sanktionen mehr Menschen rascher in Beschäftigung bringen.

Credits: KI-erzeugt

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