Österreichs einst schillerndster Lobbyist, Peter Hochegger, packt aus und serviert in seinem neuen Buch „Die Schattenrepublik“ explosive Details, die die heimische Politik erschüttern. Im Zentrum der Enthüllungen: Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Hochegger, der wie Grasser und dessen Trauzeuge Walter Meischberger im Buwog-Prozess verurteilt wurde, rechnet gnadenlos ab.
Die „goldene Freundschaft“ mit Grasser
Die Verbindung zu Karl-Heinz Grasser beschreibt Hochegger als eine „goldene Freundschaft“. Wie oe24 berichtet, begann alles 1998. Grasser, damals Teil von Jörg Haiders „Buberl-Partie“, traf Hochegger und hinterließ einen bleibenden Eindruck: „Dunkle Designerschuhe, Prada-Gürtel, Stoffhose, perfekt gekämmtes Haar“, so erinnert sich der Ex-Lobbyist. Das Du-Wort war schnell angeboten und kurz darauf besiegelte ein Autokauf die neue Bekanntschaft: Hochegger erwarb Grassers Jaguar für 600.000 Schilling.
Millionen-Provisionen und dubiose Geldflüsse
Die Geschäfte liefen prächtig. Laut Hocheggers Schilderungen flossen hohe Summen. So habe seine Agentur für eine Beratungstätigkeit 500.000 Euro von einem Mobilfunkkonzern erhalten. Die Hälfte davon, so Hochegger, ging an Meischberger. „Später, beim BUWOG-Prozess, sollte ich sehen, dass 62.500 Euro von Meischbergers Anteil auf Grassers Konto überwiesen wurden“, zitiert oe24 aus dem Buch.
Auch die Raiffeisen Centro Bank (RCB) war in die Geschäfte involviert. Für jeden Auftrag, den die Bank durch Hocheggers Vermittlung von Grasser und der damaligen Staatsholding ÖIAG erhielt, sollten 15 Prozent der Auftragssumme als Honorar fließen.
Buwog-Deal: Der Weg in den Knast
Den Höhepunkt der Enthüllungen bildet die Causa Buwog, die Grasser schließlich hinter Gitter brachte. Hochegger schildert einen Anruf von Walter Meischberger, der ihm die entscheidende Information gab: Das Angebot für die Bundeswohnungen dürfe nicht unter 960 Millionen Euro liegen, „so nah ran an die Milliarde wie möglich“.
Hochegger gab diese Information an den Chef der Immofinanz weiter. Das Konsortium bot daraufhin exakt 961 Millionen Euro und erhielt den Zuschlag. Eine verdächtig präzise Summe, wie Hochegger selbst zugibt: „Selbst dem Dümmsten musste das auffallen“, klagt er im Buch. Es sei offensichtlich gewesen, dass das Konsortium „entweder über hellseherische Fähigkeiten verfügte, oder aber über Informationen.“
Die Provision von 9,61 Millionen Euro wurde über Scheinrechnungen abgewickelt und landete auf einem Konto in Zypern. Auch hier soll Grasser über Meischberger mitkassiert haben.
Geständnis auf Ibiza
Jahre später, im Jahr 2007, kam es laut dem Buch auf Ibiza zu einer folgenschweren Begegnung. Bei Wein und Zigarren prahlte Meischberger mit den „größten Deals“. Mit Blick auf das Buwog-Geschäft soll er selig lächelnd gesagt haben: „Ohne den Karl-Heinz hätten wir das nie geschafft.“ Ein Satz, der die Verstrickungen der Männer unmissverständlich offenlegt und nun in Hocheggers Enthüllungsbuch „Die Schattenrepublik“ für neuen Zündstoff sorgt.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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