Historisches Umfragetief: Die SPÖ fällt auf 16 Prozent – eine Woche vor dem Parteitag

Historisches Umfragetief: Die SPÖ fällt auf 16 Prozent – eine Woche vor dem Parteitag

Andreas Babler feierte am Mittwoch seinen 53. Geburtstag. Das Geschenk, das ihm die aktuellen Umfragen mitbringen, dürfte er sich anders vorgestellt haben.

Tiefer geht’s kaum

Die SPÖ ist in der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage (2.000 Befragte, 16. bis 24. Februar 2026, maximale Schwankungsbreite 2,2 Prozent) auf 16 Prozent abgestürzt – der schlechteste Wert, den die Partei je in einer Umfrage verzeichnet hat. Das sind mehr als fünf Prozentpunkte weniger als beim Nationalratswahlergebnis 2024. Noch im Herbst 2025 lag die SPÖ bei 18 Prozent und galt das schon als desaströs. Jetzt ist man noch tiefer gefallen.

Besonders bitter: In der Kanzlerfrage kommt Babler laut oe24 nur noch auf 7 Prozent – und liegt damit hinter NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger und Grünen-Chefin Leonore Gewessler, die beide 8 Prozent erreichen.

Das Kern-Strohfeuer ist erloschen

Kurz hatte es so ausgesehen, als könnte die Rückkehrdebatte um Ex-Bundeskanzler Christian Kern der SPÖ zumindest etwas Rückenwind verschaffen. Doch wie oe24 und trend.at berichten, war dieser Effekt unmittelbar an die Personaldebatte geknüpft. Kaum hatte Kern seinen Rückzug erklärt – er wird beim Parteitag am 7. März nicht gegen Babler antreten –, sackten die Umfragewerte wieder auf das historische Tief zurück. Laut trend.at hatten Funktionäre aus der Steiermark, dem Burgenland, Kärnten und Niederösterreich bereits ernsthaft an einem Ende der Ära Babler gearbeitet. Kern wollte jedoch ohne die Rückendeckung von Wiens SPÖ-Chef Michael Ludwig nicht ins Rennen gehen – und Ludwig verweigerte diese Unterstützung am Ende.

Meinungsforscher Peter Hajek bringt es gegenüber die-nachrichten.at auf den Punkt: Ein Austausch von Führungspersönlichkeiten allein löse die strukturellen Probleme der SPÖ nicht. Inhaltliche Veränderungen seien dringend notwendig.

Migrations-Schwenk kurz vor dem Parteitag

Wenige Tage vor dem Parteitag präsentiert Babler plötzlich eine verschärfte Migrationslinie. Laut APA-OTS fordert er nun Rückführungen, Deutschförderung ab dem ersten Tag und elektronische Fußfesseln für Gefährder. Das Motto des Parteitags: „Ordnen statt Spalten“. Wie exxtra24.at kritisch anmerkt, findet sich in Bablers Aussendungen der vergangenen zwölf Monate kein einziger inhaltlicher Treffer zu „Migration“ – und das Timing des Schwenks mitten in der Umfragekrise lasse Fragen offen, ob es sich um Überzeugung oder Wahlkampftaktik handelt.

Parteitag am 7. März: Alleingang ohne Gegner

Laut der offiziellen SPÖ-Parteitagsseite findet der Bundesparteitag am 7. März 2026 ab 9 Uhr in der Messe Wien statt. Babler stellt sich dort als einziger Kandidat der Wiederwahl. Intern gilt laut trend.at ein Ergebnis unter 75 Prozent – jenem historisch schlechten Wert, den Pamela Rendi-Wagner 2021 unter Dauerbeschuss einfuhr – bereits als Warnsignal.

Eine Umfrage von Unique Research für heute.at (500 Befragte, 16. bis 19. Februar 2026) zeigt, wie skeptisch die Bevölkerung Bablers Zukunft betrachtet: Nur 26 Prozent glauben, dass er die SPÖ wieder auf Erfolgskurs bringen kann. 66 Prozent sind gegenteiliger Meinung, 41 Prozent davon sogar mit der Antwort „sicher nicht“.

Der Rest des Feldes

Während die SPÖ strauchelt, bleibt die FPÖ mit 36 Prozent klarer Spitzenreiter – weit über dem Wahlergebnis von 29 Prozent im September 2024. Die ÖVP von Bundeskanzler Christian Stocker kommt auf 22 Prozent, die Grünen auf 10 und die NEOS auf 9 Prozent. Eine rechnerische Ampel-Mehrheit wäre laut oe24 derzeit mit 92 Mandaten hauchdünn möglich – aber eben nur, wenn die KPÖ mit 3 Prozent den Einzug in den Nationalrat verfehlt.


Quellen: oe24 (Lazarsfeld-Erhebung), heute.at / Unique Research, trend.at, exxtra24.at, die-nachrichten.at, SPÖ-Parteitagsseite (spoe.at)
Credits: APA

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