Historischer Tunneldurchbruch: Giorgia Meloni feiert am Brenner

Historischer Tunneldurchbruch: Giorgia Meloni feiert am Brenner

Ein Tunnel, der Geschichte schreibt – und eine italienische Ministerpräsidentin, die Zeichen setzt. Giorgia Meloni und Österreichs Kanzler Christian Stocker feiern den Durchbruch des Brenner-Basistunnels. Doch hinter den Kulissen brodelt es.

Ein Tunnel verbindet – und spaltet

Am Brenner, einem Ort voller historischer Brisanz, wurde am Donnerstag ein Meilenstein gefeiert: Der Durchbruch des Brenner-Basistunnels, der künftig Innsbruck und Franzensfeste in Südtirol unterirdisch verbinden wird. Mit 64 Kilometern Länge wird er der längste Zugtunnel der Welt sein. Die Bauarbeiten, die vor 18 Jahren begannen, sollen 2031 abgeschlossen sein. Dann wird die Zugfahrt zwischen den beiden Orten nur noch 25 Minuten dauern – ein Prestigeprojekt, das von der EU, Italien und Österreich finanziert wird.

Wie die „Presse“ berichtet, war die Anwesenheit von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ein starkes Signal. Die Politikerin reiste überraschend aus Rom an, um gemeinsam mit Kanzler Christian Stocker diesen symbolträchtigen Moment zu feiern. Doch hinter der feierlichen Fassade gibt es Spannungen, die nicht so leicht unter den Tunnel geschoben werden können.

Transitstreit: Ein ungelöstes Problem

Während Meloni und Stocker am Brenner die Freundschaft zwischen Italien und Österreich betonten, bleibt der Transitstreit ein ungelöstes Thema. Wie die „Presse“ berichtet, hat Rom Wien verklagt, weil Tirol den Lkw-Transit einschränkt. Mit bis zu 2,5 Millionen Lkw-Fahrten pro Jahr sei die Belastungsgrenze erreicht, betonte Stocker. Doch eine Einigung ist nicht in Sicht. Meloni überlässt diese heikle Angelegenheit ihrem Verkehrsminister Matteo Salvini, der ebenfalls am Brenner anwesend war.

Meloni und Südtirol: Vom Feind zur Freundin?

Besonders spannend ist Melonis Beziehung zu Südtirol. Noch vor wenigen Jahren galt sie dort als Feindbild. Ihre Aussagen, Südtiroler sollten „nach Österreich auswandern“, wenn sie sich nicht als Italiener fühlten, sorgten für Empörung. Doch seit ihrem Amtsantritt 2022 hat sich das Blatt gewendet. Wie die „Presse“ berichtet, hat Meloni die Südtirol-Autonomie nicht nur respektiert, sondern sogar gestärkt. Im Frühjahr 2025 wurde eine Reform beschlossen, die Südtirol mehr Kompetenzen in Bereichen wie Naturschutz und Wildtiermanagement gibt. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher zeigte sich begeistert: „Das ist der Hammer, und ich freue mich gewaltig.“

Ein Fest mit Fragezeichen

Trotz der Feierlichkeiten bleibt die Frage, ob der Brenner-Basistunnel wirklich die erhoffte Entlastung bringen wird. Der Transitstreit, die politischen Spannungen und die hohen Erwartungen an das Milliardenprojekt werfen lange Schatten. Doch eines ist sicher: Giorgia Meloni hat am Brenner ein Zeichen gesetzt – für Italien, für Südtirol und für die europäische Zusammenarbeit.

Wie die „Presse“ treffend zusammenfasst, geht es Meloni vor allem um Gesten und Botschaften. Und diese Botschaften sind angekommen – in Rom, in Wien und in Bozen.

Credits: APA

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