Durchbruch im Fall vergifteter Babynahrung: Nach zwei Wochen intensiver Ermittlungen hat die Polizei am Samstagvormittag einen Tatverdächtigen gefasst. Der Mann wohnte in Salzburg — die Ermittlungsführung lag beim Landeskriminalamt Burgenland.
Festnahme nach zwei Wochen Ermittlungen
Wie die Salzburger Nachrichten berichten, wurde am 3. Mai ein 39-jähriger Mann festgenommen, der im Verdacht steht, Babynahrungsgläser des deutschen Herstellers Hipp mit Rattengift manipuliert zu haben. Die Festnahme erfolgte durch Beamte des Landeskriminalamts Burgenland mit Unterstützung des Bundeskriminalamts. Nach SN-Informationen wohnt der Tatverdächtige in Salzburg, ist aber kein gebürtiger Österreicher. Details zum genauen Festnahmeort und zur Herkunft des Mannes wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgegeben.
Der Mann wird derzeit noch befragt, anschließend soll er in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert werden. In Österreich wird gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt — wobei laut Landespolizeidirektion noch das toxikologische Gutachten über die konkrete Gefährlichkeit der im sichergestellten Glas enthaltenen Giftmenge aussteht.
Der Fall: Rattengift in Babynahrung
Der Rückruf von Hipp-Produkten war in der Nacht auf den 18. April öffentlich geworden. Betroffen war konkret das Produkt „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ in der 190-Gramm-Variante. Ein Glas, das in einem Spar-Markt in Eisenstadt gekauft worden war, enthielt laut Salzburger Nachrichten 15 Mikrogramm Rattengift — welche gesundheitlichen Folgen der Verzehr für ein Baby gehabt hätte, muss das noch ausstehende Gutachten klären.
Vorsorglich zogen auch andere österreichische Supermarktketten das betroffene Produkt aus den Regalen. Insgesamt wurden bisher fünf manipulierte Babynahrungsgläser sichergestellt — in Österreich, Tschechien und der Slowakei. Ein zweites Glas, das laut Ermittlungen ebenfalls in der Eisenstädter Spar-Filiale verkauft worden sein soll, ist bis dato nicht aufgetaucht, wie die Salzburger Nachrichten berichten.
Deutsche Behörden ermitteln wegen Erpressung
Während in Österreich die strafrechtlichen Ermittlungen laufen, verfolgen die deutschen Behörden den Fall unter dem Verdacht der versuchten Erpressung des Babykostherstellers Hipp. Der Hersteller mit Stammsitz im bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm gehört zu den bekanntesten Babynahrungsmarken im deutschsprachigen Raum. Experten hatten bereits kurz nach Bekanntwerden des Falls darauf hingewiesen, dass Erpressungsversuche dieser Art in der Vergangenheit nur selten erfolgreich waren.
Credits: APA
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