Die FPÖ unter Herbert Kickl erlebt einen Höhenflug, der seinesgleichen sucht. Seit Herbst 2022 führt die Partei die Umfragen an – doch in den letzten zwölf Monaten hat sich der Vorsprung in schwindelerregende Höhen katapultiert. Mit 38 Prozent Zustimmung liegt die FPÖ nun satte 20 Prozentpunkte vor den Regierungsparteien ÖVP und SPÖ. Ein politisches Erdbeben, das die österreichische Parteienlandschaft nachhaltig erschüttert.
Die FPÖ: Vom Außenseiter zur dominierenden Kraft
Wie die Lazarsfeld-Gesellschaft berichtet, hält die FPÖ seit drei Monaten stabil bei 38 Prozent. Damit ist sie nicht nur die stärkste Partei, sondern übertrifft die beiden Regierungsparteien ÖVP und SPÖ zusammen. Ein Blick auf die 5-Jahres-Kurve der Umfragen zeigt: Während die FPÖ 2022 die SPÖ knapp überholte, war der Abstand zu den anderen Parteien damals noch gering. Doch nach der Nationalratswahl 2024 änderte sich alles.
Die Regierungsbildung zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS brachte der FPÖ einen unerwarteten Schub. Von 25 Prozent im September 2024 stieg die Partei auf 36 Prozent zum Jahreswechsel 2025. Herbert Kickl, der sich spektakulär weigerte, eine Regierung zu bilden, wurde dafür nicht abgestraft – im Gegenteil: Die FPÖ profitierte von der Unzufriedenheit der Wähler mit der Ampelkoalition, die mit Budgetdefiziten, Teuerung und wirtschaftlicher Stagnation kämpft.
Kickls Erfolgsrezept: Fundamentalopposition
Was früher als Schwäche galt, ist heute Kickls Trumpf: Die FPÖ positioniert sich als radikale Opposition gegen alles, was die Regierung tut. Diese Strategie scheint aufzugehen. Laut oe24 sehen viele Wähler in der FPÖ die einzige Alternative zu einer Regierung, die mehr Feinde als Freunde macht. Selbst die Tatsache, dass Kickl die Chance auf das Kanzleramt verstreichen ließ, hat der Partei nicht geschadet.
Die Konkurrenz: Im freien Fall
Während die FPÖ Höhenflüge erlebt, taumeln die anderen Parteien. Die ÖVP unter Christian Stocker konnte nach einem kurzen Sommerhoch nicht an alte Erfolge anknüpfen. Die sogenannte „Bonzen-Affäre“ in der Wirtschaftskammer, die zum Rücktritt von Harald Mahrer führte, ließ die Partei auf 18 Prozent abstürzen.
Noch düsterer sieht es für die SPÖ aus. Parteichef Andreas Babler kämpft mit miserablen Umfragewerten und internen Querelen. Trotz Maßnahmen wie der Miet- und Strompreisbremse bleibt die Partei bei 18 Prozent. Bablers verunglückte New-York-Reise und das ständige Sägen an seinem Stuhl durch die Landesparteien machen die Lage nicht besser.
Die NEOS hingegen haben sich bei 9 Prozent stabilisiert, während die Grünen sich leicht auf 11 Prozent erholen konnten. Doch beide Parteien spielen im Vergleich zur FPÖ nur eine Nebenrolle.
Credits: APA
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