Die Heizkosten in Österreich gleichen einem unübersichtlichen Flickenteppich, bei dem manche Bürger deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als andere. Eine Analyse des Beraternetzwerks Kreutzer Fischer & Partner deckt gewaltige Preisunterschiede bei Fernwärmetarifen auf und ruft die Politik auf den Plan.
Preisschock: Bis zu 270 Prozent Unterschied
Die Zahlen, die aus der vom Wirtschaftsministerium betriebenen Transparenzdatenbank waermepreise.at stammen, sind alarmierend. Wie oe24.at berichtet, zahlen Burgenländer im Bestandstarif mit 437 Euro pro Jahr am wenigsten. In Wien hingegen schlagen die Kosten mit bis zu 1.602 Euro zu Buche – ein unfassbarer Unterschied von fast 270 Prozent. Auch bei Neuanschlüssen ist die Spanne enorm: Sie reicht von 588 Euro in Kärnten bis zu den bereits erwähnten 1.602 Euro in der Bundeshauptstadt.
Wien Energie wehrt sich: „Vergleich von Äpfeln und Birnen“
Die Wien Energie kann die Ergebnisse der Analyse nur teilweise nachvollziehen. In einer Stellungnahme gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) heißt es, bei der Untersuchung würden „Äpfel und Birnen“ verglichen. Der für Wien angegebene Höchsttarif stamme nicht von der Wien Energie und betreffe nicht die klassische Fernwärme. Man verweist darauf, dass die Datenbank waermepreise.at verschiedenste Anbieter listet, von kleinen Gaskesseln für einzelne Gebäude bis hin zu riesigen Netzen wie in Wien. Das mache einen direkten Vergleich schwierig.
Konsumenten in der Kostenfalle gefangen
Das Problem für die Verbraucher ist brisant: Anders als bei Strom oder Gas können sie ihren Fernwärmeanbieter nicht einfach wechseln. Sie sind an lokale Netze gebunden, die meist den Lieferanten selbst gehören. Besonders in Wien, wo bei Neubauten teilweise sogar ein Anschlusszwang an die Fernwärme besteht, ist die Lage für viele frustrierend. Andreas Kreutzer, dessen Beraternetzwerk die Analyse durchführte, betonte gegenüber der APA:
„Es ändert nichts daran, dass die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern sehr groß sind.“
FPÖ fordert von Bürgermeister Ludwig ein sofortiges Eingreifen
Die politische Kritik lässt nicht lange auf sich warten. Laut dem Bericht auf oe24.at wirft der Wiener FPÖ-Stadtrat Dominik Nepp Bürgermeister Michael Ludwig vor, die Wiener mit „überzogenen Tarifen regelrecht auszunehmen“. Nepp ist überzeugt, Ludwig könne als Preisregulator „mit nur einer Unterschrift diese Preistreiberei sofort beenden“. Die Debatte über faire Heizkosten dürfte damit erst richtig an Fahrt aufnehmen.
Quellen: APA, oe24.at
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