„Hausverbot für Babler“ – Ex-Leiter des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen packt aus

„Hausverbot für Babler“ – Ex-Leiter des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen packt aus

Franz Schabhüttl, der ehemalige Leiter des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen, sorgt mit seinen Aussagen für Aufsehen. In einem Interview mit der „Presse“ erhebt er schwere Vorwürfe gegen den aktuellen SPÖ-Chef Andreas Babler. Dieser habe in der Einrichtung „Hausverbot“ gehabt. Der Grund? Babler habe „gegen die Einrichtung und das Innenministerium gehetzt“, so Schabhüttl.

Flüchtlingskrise 2015: „Eine Sternstunde?“ – Nicht für Schabhüttl

Während der damalige SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern die Flüchtlingskrise 2015 als „Sternstunde der Zweiten Republik“ bezeichnete, sieht Schabhüttl die Situation völlig anders. „Fast eine Million Menschen sind unkontrolliert durch unser Land gegangen“, kritisiert er. Besonders problematisch sei gewesen, dass viele Asylwerber ihre Pässe weggeworfen hätten. „Da hätte jedem denkenden Menschen ein Licht aufgehen müssen“, so der Ex-Leiter.

„Wiesengeburten? Das ist eine Lüge!“

Andreas Babler hatte in der Vergangenheit behauptet, es habe in Traiskirchen „Wiesengeburten“ gegeben – also Geburten unter freiem Himmel. Schabhüttl widerspricht vehement: „Es gab keine einzige Wiesengeburt. Das ist die Wahrheit.“ Auch die Versorgung mit Wasser sei stets gewährleistet gewesen, betont er. Die Firma Vöslauer habe sogar zusätzliche Wasserflaschen gespendet.

Kritik an Caritas und Co.

Nicht nur Babler bekommt sein Fett weg. Auch die Caritas und andere Hilfsorganisationen stehen in Schabhüttls Kritik. Der damalige Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner habe eine „Medienkampagne“ gegen das Lager gestartet, behauptet er. Zwar räumt Schabhüttl ein, dass es Menschen gab, die auf der Wiese schlafen mussten, doch von einem generellen Mangel könne keine Rede sein. „Es gab eher einen Überfluss an Kleidung, Spielsachen und Essen“, so der Ex-Leiter.

„Kriminalität und Chaos“

Schabhüttl beschreibt die Zustände im Lager als chaotisch. Die meisten Flüchtlinge seien „jung, männlich und nachtaktiv“ gewesen. Kleinkriminalität wie Drogenhandel, Ladendiebstähle und Messerstechereien seien an der Tagesordnung gewesen. Diese „niederschwellige Kriminalität“ habe jedoch keine Auswirkungen auf die Asylverfahren gehabt, was die Stimmung in der Bevölkerung vergiftet habe.

Babler im Kreuzfeuer

Besonders pikant: Schabhüttl wirft Babler vor, mit einem einfachen Federstrich die Situation im Lager verbessern zu können.

„33 Zimmer mit 600 Plätzen standen leer, weil die Stadtgemeinde Traiskirchen dies per Bescheid untersagt hatte“

,erklärt er. Babler, damals Bürgermeister von Traiskirchen, hätte diesen Bescheid aufheben können, tat es aber nicht.

Ein Blick zurück – und nach vorn?

Die Aussagen von Franz Schabhüttl werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Konflikte der Flüchtlingskrise 2015. Während die einen von einer „Sternstunde“ sprechen, bleibt für andere ein bitterer Nachgeschmack. Klar ist: Die Debatte um Traiskirchen und die Rolle von Andreas Babler wird wohl noch lange nicht verstummen.

Credits: APA

Quelle: Die Presse

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