Hattmannsdorfer reformiert Rot-Weiß-Rot-Karte: Mehr Unternehmer, weniger Bürokratie

Hattmannsdorfer reformiert Rot-Weiß-Rot-Karte: Mehr Unternehmer, weniger Bürokratie

Von über 12.000 Rot-Weiß-Rot-Karten gingen 2025 gerade mal 60 an Selbstständige und Start-ups. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) will das grundlegend ändern – und setzt dabei auf weniger Formulare und mehr Wertschöpfung.

Eine Zahl, die alles sagt

Die Ausgangslage beschreibt Hattmannsdorfer mit einer einzigen Zahl: Von mehr als 12.000 im Jahr 2025 ausgestellten Rot-Weiß-Rot-Karten für qualifizierte Zuwanderer entfielen lediglich 60 auf Selbstständige und Start-up-Gründer, wie oe24 und SN.at unter Berufung auf eine Aussendung des Wirtschaftsministeriums berichten. Das entspricht weniger als einem halben Prozent aller ausgestellten Karten. „Für den Standort zählt nicht, ob jemand perfekt in ein altes Formular passt“, sagte Hattmannsdorfer. „Entscheidend ist, ob jemand Wertschöpfung bringt.“

Was sich ändern soll

Hattmannsdorfer präsentiert dazu ein Bündel an Reformvorschlägen, wie oe24 berichtet. Verfahren sollen schneller werden und klare Entscheidungsfristen bekommen. Das starre Punktesystem soll flexibler werden – unternehmerische Erfahrung, Gründungserfolg und Wachstumspotenzial sollen stärker zählen als formale Abschlüsse. Englisch soll als gleichwertige Geschäftssprache anerkannt werden, Deutschkenntnisse könnten schrittweise aufgebaut werden.

Wie heute.at ergänzt, sollen für Schlüsselbereiche wie Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Life Sciences sowie Energie- und Umwelttechnologien eigene Schnellspuren eingerichtet werden. Darüber hinaus fordert Hattmannsdorfer ein aktiveres Standortmarketing, um internationale Unternehmer aktiv anzusprechen.

Was eine Economica-Studie dazu sagt

Als inhaltliche Grundlage verweist der Minister auf eine vom Wirtschaftsforschungsinstitut Economica erstellte Studie zur „Unternehmermigration nach Österreich“, wie oe24 und NÖN.at berichten. Laut dieser Analyse kann ein einziges unternehmerisches Projekt innerhalb von fünf Jahren zwischen 13,6 und 155 Millionen Euro Bruttowertschöpfung auslösen – im moderaten Szenario rund 77,3 Millionen Euro und durchschnittlich 157 Beschäftigte pro Projekt. Die Investitionen lägen je nach Unternehmensgröße bei 15 bis 150 Millionen Euro innerhalb dieses Zeitraums. Planbare Aufenthalts- und Verbleibeperspektiven erhöhten der Studie zufolge die Investitionsbereitschaft erheblich. Studienautor Christian Helmenstein sieht Unternehmermigration nicht als Randthema, sondern als wichtigen Faktor im globalen Standortwettbewerb.

Credits: BKA, Andy Wenzel

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