Die russischen Truppen rücken weiter vor: Moskau behauptet, die gesamte ostukrainische Region Luhansk unter Kontrolle gebracht zu haben. Wie der von Russland eingesetzte Verwaltungschef Leonid Passetschnik im russischen Staatsfernsehen mitteilte, sei die Einnahme der letzten ukrainisch kontrollierten Gebiete bereits vor zwei Tagen erfolgt.
Die ukrainische Regierung hat sich zu den russischen Angaben bisher nicht geäußert. In der Vergangenheit hatte Moskau entsprechende Erfolgsmeldungen seiner Besatzungsbehörden oft einige Tage später offiziell bestätigt. Die strategisch und symbolisch bedeutsame Region im Donbas gilt als ein zentrales Kriegsziel des Kremls.
Langjähriger Brennpunkt im Donbas-Konflikt
Bereits 2014 war ein Teil von Luhansk unter die Kontrolle prorussischer Separatisten geraten, unterstützt durch Moskau. Nach Beginn der großflächigen Invasion im Februar 2022 eroberten russische Truppen weite Teile der Region. Im Herbst desselben Jahres konnte die ukrainische Armee bei ihrer Gegenoffensive einige nördliche Gebiete zurückgewinnen. Zuletzt hielt die Ukraine jedoch nur noch wenige Quadratkilometer in dem umkämpften Gebiet.
Russlands Präsident Wladimir Putin beansprucht neben der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim auch die ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson vollständig als Teil der Russischen Föderation – ungeachtet internationaler Proteste und der anhaltenden Kampfhandlungen.
UNO fordert sofortige Waffenruhe
Angesichts der jüngsten Entwicklungen hat UNO-Generalsekretär António Guterres bei einem Treffen mit dem ukrainischen Premierminister Denys Schmyhal in Sevilla zu einer sofortigen, bedingungslosen Waffenruhe aufgerufen. „Dies wäre ein erster Schritt hin zu einem gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden“, sagte Guterres.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte in seiner abendlichen Videobotschaft vor einer weiteren Eskalation. Russland bereite eine neue Angriffswelle vor, insbesondere durch verstärkte Drohneneinsätze. Die Lage an mehreren Frontabschnitten sei angespannt.


Credits: APA/Screenshot
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