Ein technisches Problem bei Amazon Web Services (AWS) hat am Montag weltweit für Chaos gesorgt. Millionen Nutzer waren betroffen, zahlreiche Apps und Websites gingen offline. Doch was steckt wirklich dahinter?
Plötzlich offline: Von Snapchat bis Banking-Apps
Wie die Plattform DownDetector berichtet, begann das Drama am Montagmorgen gegen 8 Uhr britischer Zeit. Zunächst waren vor allem Nutzer in den USA betroffen, doch bald breitete sich die Störung auch auf Europa und andere Teile der Welt aus. Betroffen waren unter anderem beliebte Dienste wie Snapchat, Fortnite, Duolingo und sogar Banking-Apps. Selbst Amazons eigene Dienste wie Alexa, Prime Video und Ring waren nicht mehr erreichbar. (Quelle: oe24.at)
Ursache: Technischer Fehler oder Cyberangriff?
Laut ersten Berichten könnte ein Problem mit dem DNS-System von AWS die Ursache sein. DNS, das „Telefonbuch des Internets“, übersetzt Webadressen in IP-Adressen. Ein Fehler hier kann weitreichende Folgen haben. AWS erklärte, dass das Problem mittlerweile „vollständig behoben“ sei, doch die genaue Ursache bleibt unklar. (Quelle: CNBC)
IT-Sicherheitsexperte Jake Moore von ESET schließt einen Cyberangriff nicht aus, betont jedoch, dass es bisher keine Hinweise auf Hacking oder Datenlecks gibt. „Es könnte ein interner Fehler sein, aber die Möglichkeit eines Angriffs darf nicht ignoriert werden“, so Moore gegenüber der Daily Mail. (Quelle: oe24.at)
Weltweite Auswirkungen
Die Störung zeigte, wie abhängig die Welt vom Cloud-Giganten AWS ist. Von sozialen Netzwerken über Gaming-Plattformen bis hin zu Finanzdiensten – nichts funktionierte mehr. In Großbritannien waren sogar Regierungswebsites betroffen, wie Reuters berichtet. Auch Banken wie Lloyds und Halifax meldeten Probleme. (Quelle: Reuters)
Experten warnen: „Das Internet ist zu zentralisiert“
Die Abhängigkeit von wenigen großen Cloud-Anbietern wie AWS, Google und Microsoft ist ein Risiko, warnen Experten. „Wenn ein Anbieter ausfällt, steht die halbe Welt still“, erklärt Nishanth Sastry von der Universität Surrey. (Quelle: Reuters)
Ein Weckruf für die digitale Welt?
Ob technischer Fehler oder nicht – der Vorfall zeigt, wie fragil unsere digitale Infrastruktur ist. Unternehmen und Regierungen sollten laut Experten dringend in Redundanz und Backup-Systeme investieren, um solche Ausfälle in Zukunft zu vermeiden. (Quelle: Al Jazeera)
Quellen: oe24.at, CNN, CNBC, Reuters und Al Jazeera
Credits: canva
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