Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hat entschieden: Der Lobautunnel kommt! Nach jahrelangen Diskussionen und Protesten hat der Minister am Donnerstag das umstrittene Großprojekt offiziell freigegeben. „Es ist eine Entscheidung mit dem Kopf und nicht mit dem Bauch“, erklärte Hanke vor Journalisten. Damit wird der Lückenschluss der S1 Wiener Außenring Schnellstraße Realität.
„Die richtige Entscheidung für das Land“
Hanke betonte, dass die Tunnellösung der optimale Weg sei, um den Lebens- und Wirtschaftsraum rund um Wien zu stärken. „Wir schaffen damit die Grundlage für bis zu 25.000 Jobs und Wohnraum für 55.000 Menschen“, so der Minister. Zudem soll der Tunnel den Lkw-Durchzugsverkehr in Wien deutlich reduzieren. „Das ist wie ein Bypass, um das Herz schlagkräftig zu halten“, erklärte Hanke bildhaft.
Milliardenprojekt mit Hindernissen
Der Bau des Lobautunnels wird mit 2,7 Milliarden Euro veranschlagt, soll aber laut Hanke eine Wertschöpfung von 4 Milliarden Euro generieren. Doch ob der Tunnel tatsächlich fertiggestellt wird, bleibt unklar. Beobachter erwarten weitere Einsprüche, Gutachten und Proteste, die das Projekt verzögern könnten. Schließlich verläuft der Tunnel durch den Nationalpark Donauauen – ein rotes Tuch für Umweltschützer.
Entscheidung von Gewessler revidiert
Mit seiner Entscheidung revidiert Hanke die frühere Haltung von Leonore Gewessler (Grüne), die den Lobautunnel aus dem Bauprogramm der Asfinag gestrichen hatte. Hanke hingegen sieht den Lückenschluss als unverzichtbar für die Ostregion. „42 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung entstehen hier“, argumentierte er.
Umweltschützer in Aufruhr
Die Entscheidung dürfte die Proteste von Umweltschützern neu entfachen. Bereits in der Vergangenheit hatten Aktivisten immer wieder gegen das Projekt mobilisiert. Der Nationalpark Donauauen gilt als schützenswertes Naturjuwel, das durch den Tunnelbau gefährdet werden könnte.
Fazit: Ein Projekt mit Sprengkraft
Der Lobautunnel bleibt eines der umstrittensten Bauprojekte Österreichs. Während die einen von einem „Meilenstein für die Infrastruktur“ sprechen, sehen andere eine massive Bedrohung für die Umwelt. Klar ist: Die Diskussionen um den Tunnel werden noch lange nicht verstummen.
Quelle: oe24
Credits: APA
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