Grüne legt noch nach: „Nicht jeder einzelne Polizist ist ein Schwein“

Grüne legt noch nach: „Nicht jeder einzelne Polizist ist ein Schwein“

Sie werde sich nicht für ihre Hass-Attacke gegen die Polizei (exxtra24 hat berichtet) entschuldigen, sagte jetzt die Bundesvorsitzende der deutschen Grünen Jugend. Jette Nietzard griff in einem aktuellen Interview sogar nochmals die Polizisten an.

Die Vorsitzende der Grünen Jugend, Jette Nietzard, geht nach der heftigen Kontroverse um ihren „ACAB“-Pullover nicht etwa auf Rückzug – sondern teilt weiter aus. In einem Interview mit dem Stern wehrt sie sich gegen Rücktrittsforderungen und übt zugleich scharfe Kritik an der grünen Parteiführung. Statt sich zu entschuldigen, fordert die 26-jährige Grüne eine Debatte über den politischen Kurs der Mutterpartei: „Nicht ich muss mich entschuldigen – die Partei muss sich endlich mit ihrer Wahlniederlage auseinandersetzen.“

Pullover mit Botschaft – und politischer Sprengkraft

Auslöser der Debatte war ein Foto, das Nietzard kürzlich auf Instagram postete. Es zeigt sie in einem Sweatshirt mit der Aufschrift „ACAB“ – einer umstrittenen Abkürzung für den Slogan „All Cops Are Bastards“. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. Doch anstatt sich zu distanzieren, verteidigt Nietzard ihre Aktion – mit einem Hauch Ironie: „Ich habe noch ein paar andere Pullis im Schrank – Sie dürfen also gespannt sein.“ Und die Grüne sagt dann: „Nicht jeder einzelne Polizist ist ein Schwein.“ Ein Satz, der wiederum sicher nicht gut bei Deutschlands Polizeispitze ankommen wird.

Zwar räumt sie ein, den öffentlichen Aufschrei unterschätzt zu haben – „das war naiv“ –, eine Entschuldigung hält sie dennoch für überzogen. Stattdessen betont sie die gesellschaftlichen Probleme, auf die sie aufmerksam machen wollte: „Viele People of Color haben Angst, wenn ein Polizeiwagen vorbeifährt. Frauen zeigen sexuelle Gewalt oft nicht an, weil sie kein Vertrauen in den Staat haben. Das ist Realität – und das dürfen wir nicht ignorieren.“

Klare Ansage an die Parteispitze

Inmitten der Empörung richtet Nietzard den Blick auf die Grünen selbst – und spart nicht mit Kritik. Nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der Europawahl sieht sie dringenden Handlungsbedarf: „Der Kurs der Mitte ist gescheitert. Unsere Basis ist links, unser Programm war links – nur öffentlich hören wir vor allem Stimmen aus der Parteimitte.“

Die Parteispitze forderte sie auf, endlich Konsequenzen zu ziehen – nicht zuletzt, um junge Wähler zurückzugewinnen:
„Wenn die Grünen 700.000 Menschen von der Linkspartei zurückholen wollen, dann sollten sie vielleicht mal die Sprecherin ihrer linken Jugendorganisation anhören.“

„Der Schaden kommt nicht von mir“

Den Vorwurf, durch Provokationen der Partei zu schaden, weist sie entschieden zurück. Im Gegenteil: Der eigentliche Schaden entstehe durch die Art und Weise, wie die Bundespartei mit ihr umgehe. „Das bleibt unserer Mitgliedschaft nicht verborgen. Es führt zu einer gefährlichen Entfremdung zwischen Jugendverband und Partei.“

Trotz interner Kritik sieht sich Nietzard auf dem richtigen Weg. Aufmerksamkeit sei ihr wichtigstes politisches Werkzeug – „man muss sie nur richtig einsetzen“. Als Beleg führt sie die gestiegenen Mitgliederzahlen der Grünen Jugend an: Seit sie und Co-Vorsitzender Jakob Blasel den Verband führen, seien 3500 neue Mitglieder hinzugekommen. Für Nietzard ein klares Zeichen: „Unser Kurs wirkt.“

Credit: APA

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