Die Grünen machen ernst: Am Mittwoch wollen sie im Nationalrat einen „Dringlichen Antrag“ zur Einführung einer Erbschaftssteuer einbringen. Parteichefin Leonore Gewessler kündigte dies in einer Pressekonferenz an und betonte, dass es höchste Zeit sei, die „Schieflage“ in Österreich zu korrigieren.
Steuer nur für die Reichsten
Das grüne Modell sieht vor, dass Erbschaften bis zu einer Million Euro steuerfrei bleiben. Bei selbst genutzten Immobilien steigt die Freigrenze sogar auf 1,5 Millionen Euro. Alles darüber hinaus soll progressiv besteuert werden: 25 Prozent für Beträge zwischen einer und fünf Millionen Euro, 30 Prozent für Anteile bis zehn Millionen und 35 Prozent für alles darüber. „Es ist keine Leistung, in die richtige Familie hineingeboren zu werden“, so Gewessler.
„Leistung zählt immer weniger“
Gewessler kritisierte, dass in Österreich immer weniger Fleiß und Einsatz über Wohlstand entscheiden. Stattdessen werde Reichtum oft einfach vererbt. „Eine Krankenpflegerin zahlt ein Drittel ihres hart verdienten Einkommens an Steuern, während Erben von Millionen oder Milliarden keinen Cent abgeben müssen“, erklärte sie. Das sei eine Ungerechtigkeit, die viele Menschen nicht mehr hinnehmen wollen.
1,5 bis 2 Milliarden Euro für den Staat
Laut Berechnungen der Grünen könnte die Erbschaftssteuer jährlich bis zu zwei Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Dieses Geld könnte für eine gerechtere Verteilung eingesetzt werden. Gewessler betonte, dass die Steuer nur die „Superreichen“ treffen soll. Familienbetriebe und landwirtschaftliche Höfe sollen durch Ausnahmeregelungen geschützt werden.
Kritik und Unterstützung
Die Initiative der Grünen stößt auf gemischte Reaktionen. Während die Neos Gewessler Postenschacher vorwerfen, begrüßen viele Bürger die Idee, dass Reiche stärker zur Kasse gebeten werden. Die Petition „Superreiche fair besteuern“ der Grünen hat bereits fast 30.000 Unterschriften gesammelt.
Quellen: oe24.at, derStandard.at, orf.at, SN.at, kleinezeitung.at, vienna.at
Credits: APA
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