Erst Unwetter und Rekordhitze, dann eine hochpolitische Rede voller Warnungen vor dem Kommunismus: US-Präsident Donald Trump hat den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit mit einem turbulenten Auftritt in Washington gefeiert. Vor Tausenden Anhängern auf der National Mall sprach er von einem neuen „goldenen Zeitalter Amerikas“, wie NBC News berichtet.
Evakuierung wegen Gewitter, Rekordhitze in Washington
Bereits am Nachmittag hatten Behörden wegen eines heranziehenden Unwetters die komplette Evakuierung der National Mall angeordnet, wie CBC News berichtet. Besucher wurden aufgefordert, in nahegelegenen Bundesgebäuden Schutz zu suchen. Verschärft wurde die Lage durch eine extreme Hitzewelle: Mit 102 Grad Fahrenheit (rund 39 Grad Celsius) war es laut ABC News der heißeste 4. Juli in der Geschichte Washingtons – der bisherige Rekord von 100 Grad stammte aus dem Jahr 1919. Mindestens zwölf Menschen mussten wegen der Hitze in Krankenhäuser gebracht werden.
Trump selbst zeigte sich entschlossen, sich von dem Wetter nicht beirren zu lassen. „Wir warten es aus, es ist mir egal, ob es in einer Stunde oder um zwei Uhr morgens ist“, schrieb er laut NPR auf seiner Plattform Truth Social. Seine Rede, ursprünglich für 22 Uhr angesetzt, begann schließlich mit rund 75 Minuten Verspätung um 23:15 Uhr Ortszeit, wie ABC News berichtet.
„Größte Bedrohung, der wir je ausgesetzt waren“
Bereits am Vorabend hatte Trump bei einem Auftritt am Nationaldenkmal Mount Rushmore den Kommunismus als „größte Bedrohung“ für die USA bezeichnet, wie NPR schreibt – ein deutlicher Bruch mit der traditionell eher unpolitischen Rhetorik früherer Präsidenten an einem Unabhängigkeitstag. Bei seiner Rede in Washington setzte er diese Linie fort: Er wetterte laut ABC News wiederholt gegen den Kommunismus, ohne dabei jedoch konkrete politische Gegner namentlich zu benennen. NBC News ordnet ein, dass sich Trump damit erkennbar auf jüngste Vorwahlsiege demokratisch-sozialistischer Politiker in New York bezog.
Wahlrechtsreform als politische Botschaft
Neben der Kommunismus-Warnung nutzte Trump die Rede auch, um für sein umstrittenes Wahlgesetz, den „SAVE America Act“, zu werben. Das Vorhaben würde laut ABC News die Vorschriften zur Stimmabgabe deutlich verschärfen – unter anderem durch eine Fotoausweispflicht und strengere Einschränkungen bei Briefwahl-Stimmen. Der Vorstoß kommt nur wenige Monate vor den richtungsweisenden Kongress-Zwischenwahlen im Herbst.
Historische Inszenierung mit Fahnen und Veteranen
Auf der Bühne ließ Trump laut ABC News mehrere historische Flaggen präsentieren, darunter eine Original-Fahne aus dem Jahr 1777 sowie jene Flagge, die einst den Sarg von Präsident Abraham Lincoln bedeckte. Mehrfach ließ er zudem Veteranen und Träger der Medal of Honor auf die Bühne kommen, um diesen Symbolen militärische Ehre zu erweisen.
Sinkende Zustimmungswerte im Hintergrund
Der Auftritt fällt in eine Phase anhaltend niedriger Umfragewerte für den Präsidenten. Laut einer im Juni veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Quinnipiac, auf die sich ABC News beruft, billigen nur 38 Prozent der Wählerschaft Trumps Amtsführung, 55 Prozent lehnen sie ab. Mehrheiten der Befragten zeigten sich demnach unzufrieden mit seinem Kurs bei Einwanderung, Wirtschaft, Außenpolitik und dem andauernden Konflikt mit dem Iran.
Rekordfeuerwerk zum Abschluss
Nach der Rede folgte ein Überflug sowie ein Feuerwerk, das die Organisatoren als das größte in der Geschichte der USA ankündigten, wie NPR berichtet. In Washington selbst versuchten die Veranstalter zudem, mit einer 40-minütigen Feuerwerksshow einen Weltrekord aufzustellen, wie CNN schreibt.
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