Die Grippewelle hat Österreich fest im Griff: Laut der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) wurden allein in der Kalenderwoche 5 über 271.000 Arbeitsunfähigkeitsfälle registriert. Besonders betroffen sind Wien, Oberösterreich und Niederösterreich. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Der Höhepunkt der Welle scheint überschritten – zumindest vorerst.
Grippe, grippale Infekte und Covid: Die Zahlen im Überblick
Wie die ÖGK berichtet, stieg die Zahl der grippalen Infekte auf 74.457 Fälle, während die echten Grippefälle weiterhin dominieren. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich jedoch eine Entspannung: 2025 waren die Zahlen deutlich höher, mit über 115.000 grippalen Infekten im selben Zeitraum. Auch die Covid-Zahlen sinken weiter – in Woche 5 wurden nur noch 872 Fälle gemeldet. Allerdings wird seit dem Wegfall der Meldepflicht auch weniger getestet, wie ÖGK-Chefarzt Andreas Krauter betont.
Influenza A (H3N2): Ein gefährlicher Gegner
Die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl von der Medizinischen Universität Wien erklärt, dass die aktuelle Grippewelle vor allem durch den Virusstamm Influenza A (H3N2) geprägt ist. Dieser macht rund 75 Prozent der diagnostizierten Fälle aus. Besonders problematisch: Der aktuelle Grippeimpfstoff ist nicht optimal auf diesen Stamm abgestimmt. Christoph Wenisch, Leiter der Infektionsmedizin an der Klinik Favoriten, warnt zudem vor der niedrigen Impfquote bei Risikogruppen. Nur 20 Prozent der über 60-Jährigen sind geimpft – ein Wert, der weit unter dem Ziel von 80 Prozent liegt.
Belastung für Spitäler und medizinisches Personal
Die frühe Grippewelle, die bereits im Dezember begann, hat die Spitäler stark belastet. Laut dem SARI-Dashboard waren rund um die Feiertage mehr Menschen wegen Influenza im Krankenhaus als zum Höhepunkt der Grippewelle 2024/25. Besonders dramatisch: In der Klinik Favoriten mussten mehrere Grippestationen eröffnet werden, und es kam zu schweren Verläufen, darunter sechs Reanimationen.
Experten raten: Vorsicht bleibt geboten
Trotz sinkender Zahlen warnen Experten vor Nachlässigkeit. „Ein grippaler Infekt ist meist harmlos, eine echte Influenza hingegen kann schwerwiegende Folgen haben“, so Krauter. Neben der Impfung empfehlen Mediziner ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und den Verzicht auf Alkohol, um das Immunsystem zu stärken.
Quellen: exxpress.at, science.orf.at, meinbezirk.at
Credits: APA
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