Griechenland sorgt für Schlagzeilen: Ab Ende Oktober wird es das erste Land der Europäischen Union sein, das Minderjährigen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien wie Facebook, TikTok und Instagram komplett verbietet. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, wird dies durch die staatliche App „Kids Wallet“ ermöglicht, die auf den Geräten der Jugendlichen installiert wird und den Zugriff auf die Plattformen blockiert.
„Wir wollen das süchtig machende Scrollen und die Konfrontation mit gefährlichen Inhalten eindämmen“, erklärte der griechische Digitalminister Dimitris Papastergiou laut DW. Die App soll Eltern zudem die Möglichkeit geben, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder zu überwachen.
Die Maßnahme geht weit über Social Media hinaus: Auch Glücksspielseiten, Plattformen für den Verkauf von Alkohol und Tabak sowie Dating-Apps wie Tinder werden für Jugendliche unter 18 Jahren gesperrt. Laut Der Standard wurde die Technologie in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission entwickelt und könnte bald in weiteren EU-Ländern Schule machen.
Schutz der Jugend oder Überwachung?
Doch wie funktioniert das Ganze? Die App „Kids Wallet“ ist mit den staatlichen digitalen Diensten verknüpft. Eltern können über ihre Steuer-ID ein Konto für ihre Kinder erstellen und so deren Online-Zugriff kontrollieren. „Wir geben den Eltern ein mächtiges Werkzeug an die Hand“, so Papastergiou.
Australien als Vorbild
Griechenland ist nicht das erste Land, das gegen die unkontrollierte Nutzung von Social Media vorgeht. In Australien dürfen Jugendliche bereits seit letztem Jahr erst ab 16 Jahren Plattformen wie TikTok oder Instagram nutzen. Laut DW dient das australische Modell als Inspiration für die griechische Initiative.
Kritik und offene Fragen
Während die griechische Regierung die Maßnahme als „entscheidenden Schritt zum Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern“ feiert, gibt es auch kritische Stimmen. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, bemängeln Experten, dass solche Verbote schwer durchzusetzen sind und die Verantwortung zu stark auf die Eltern abgewälzt wird.
Ein Blick in die Zukunft
Die EU plant bereits, die Alterskontrolle in den digitalen EU-Ausweis (eID) zu integrieren, der ab 2026 verfügbar sein soll. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob andere Länder dem griechischen Beispiel folgen. Eines ist sicher: Die Diskussion um die richtige Balance zwischen Jugendschutz und digitaler Freiheit hat gerade erst begonnen.
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