GPS-Panne statt Angriff: Bulgarien entlastet Russland im von-der-Leyen-Zwischenfall

GPS-Panne statt Angriff: Bulgarien entlastet Russland im von-der-Leyen-Zwischenfall

Ein vermeintlicher Skandal, der keiner ist? Der angebliche Angriff auf das Flugzeug von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sorgt für Wirbel – doch jetzt gibt es Entwarnung.

Der Vorfall: GPS-Störung oder gezielte Attacke?

Am vergangenen Sonntag befand sich Ursula von der Leyen auf dem Weg nach Plowdiw, Bulgarien. Während des Landeanflugs meldeten die Piloten Probleme mit dem GPS-Signal. Laut der britischen Zeitung Financial Times musste das Flugzeug sogar auf Papierkarten zurückgreifen, um sicher zu landen. Schnell wurden Stimmen laut, die Russland für eine gezielte Störung verantwortlich machten. Die EU-Kommission erklärte zunächst, dass bulgarische Behörden den Verdacht äußerten, Russland könnte hinter der Störung stecken.

Doch jetzt die Kehrtwende: Bulgariens Ministerpräsident Rosen Zhelyazkov stellte klar, dass es keine Beweise für eine solche Attacke gibt.

„Nach Überprüfung der Flugaufzeichnungen gab es keine Anzeichen für Probleme seitens der Piloten“, erklärte er laut Politico.

Auch der bulgarische Verkehrsminister Grozdan Karadzhov betonte gegenüber dem Sender bTV: „Es gibt keinen einzigen Fakt, der die Behauptung stützt, dass das GPS-Signal gestört wurde.“

Experten widersprechen den Vorwürfen

Die Zweifel an den Vorwürfen kamen schnell. Der Tracking-Dienst Flightradar24 meldete, dass das GPS-Signal des Flugzeugs während des gesamten Flugs stabil war. Auch der Flughafendirektor von Plowdiw, Krassimir Peschew, erklärte im bulgarischen Staatsrundfunk, dass die Landung problemlos verlief. „Es ist Routine, bei Problemen mit einem System auf ein anderes zurückzugreifen“, so Peschew.

Russland wies die Anschuldigungen scharf zurück. Die Sprecherin des Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete die Vorwürfe als „Fake und Paranoia“, wie die Zeit berichtet.

Politische Dimension: Ein Vorfall mit Sprengkraft?

Der Vorfall zeigt, wie angespannt die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs häufen sich Berichte über GPS-Störungen in Osteuropa. Estland hatte im vergangenen Jahr sogar den russischen Botschafter einbestellt, nachdem es zu massiven Störungen im Flugverkehr gekommen war.

Doch im Fall von der Leyen scheint die Sache klar: Es gibt keine Beweise für eine russische Beteiligung. Die EU-Sprecherin Arianna Podestà betonte, dass die Kommission nie von einer gezielten Attacke gesprochen habe. „Wir hatten keine Informationen, die das belegen“, sagte sie laut Bild.

Credits: APA

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