In der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin hat Chinas Staatschef Xi Jinping das Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) offiziell eröffnet. Unter den Teilnehmern waren prominente Staats- und Regierungschefs wie Russlands Präsident Wladimir Putin und Indiens Premierminister Narendra Modi. Im Fokus standen Themen wie Sicherheit, wirtschaftliche Zusammenarbeit und die multipolare Weltordnung.
Xi Jinping ruft zu globaler Gerechtigkeit auf
In seiner Eröffnungsrede kritisierte Xi Jinping die aktuelle Weltordnung als „chaotisch und verschlungen“. Er forderte die Mitgliedsstaaten der SOZ auf, sich für „Fairness und Gerechtigkeit“ einzusetzen und der „Mentalität des Kalten Krieges“ entgegenzutreten. Wie der ORF berichtet, betonte Xi die Bedeutung des „Geistes von Schanghai“, um die Herausforderungen der heutigen Zeit zu bewältigen.
Die SOZ, die 2001 gegründet wurde, umfasst mittlerweile Länder wie China, Russland, Indien, Pakistan, den Iran und Belarus. Ziel der Organisation ist es, regionale Stabilität zu fördern und den Einfluss westlicher Staaten, insbesondere der USA, einzudämmen.
Putin und Modi: Gespräche zwischen Partnern und Rivalen
Für Wladimir Putin bot der Gipfel eine Gelegenheit, seine internationalen Beziehungen zu stärken. Laut der Tagesschau nutzte er die Bühne, um die enge Partnerschaft zwischen Russland und China zu unterstreichen. Putin erklärte, dass er eine multipolare Weltordnung anstrebe, die den Einfluss der USA zurückdrängen soll.
Indiens Premierminister Narendra Modi hingegen suchte den Dialog mit Xi Jinping, um die Beziehungen zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt zu verbessern. Nach Jahren der Spannungen, insbesondere wegen eines Grenzkonflikts im Himalaya, betonte Xi, dass China und Indien Partner und keine Rivalen seien. Modi lobte das Treffen als „ergebnisreich“, wie die Tagesschau berichtet.
Hinter den Kulissen: Bilaterale Gespräche und Konfliktthemen
Neben den Plenarsitzungen fanden zahlreiche bilaterale Treffen statt. Putin traf sich unter anderem mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem iranischen Staatschef Massud Peseschkian. Themen wie der Ukraine-Krieg und das iranische Atomprogramm standen dabei im Mittelpunkt, so der ORF.
Modi führte vor dem Gipfel Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und betonte Indiens Unterstützung für Friedensbemühungen. Gleichzeitig bleibt Indien in einer schwierigen Position zwischen den USA, China und Russland, wie die Tagesschau analysiert.
Credits: APA
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