In Turin kam es am Samstagabend zu schweren Ausschreitungen, als Demonstranten gegen die Räumung des linken Kulturzentrums Askatasuna protestierten. Die Proteste, die ursprünglich friedlich begannen, endeten in einer regelrechten Straßenschlacht. Dabei wurden 31 Polizisten verletzt, einer davon schwer.
Hintergrund: Räumung des Askatasuna-Zentrums
Das Kulturzentrum Askatasuna, ein jahrzehntelanger Treffpunkt der linken Szene in Turin, wurde im Dezember 2025 von den Behörden geräumt. Diese Maßnahme stieß auf heftigen Widerstand, der sich in den Protesten am Wochenende entlud. Laut den Veranstaltern nahmen rund 50.000 Menschen an den Demonstrationen teil, während die Polizei von 15.000 Teilnehmern sprach. Die Protestzüge starteten an verschiedenen Orten der Stadt und vereinigten sich später.
Eskalation der Gewalt
Wie die italienische Zeitung Il Sole 24 Ore berichtet, spaltete sich eine Gruppe von Demonstranten vom Hauptzug ab und bewegte sich in Richtung des ehemaligen Askatasuna-Gebäudes. Dort kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. Demonstranten warfen Steine, Molotowcocktails und Feuerwerkskörper, während die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern reagierte. Ein Polizeifahrzeug wurde in Brand gesetzt, ebenso wie mehrere Müllcontainer.
Ein besonders schockierender Vorfall ereignete sich, als ein Polizist von einer Gruppe maskierter Demonstranten umringt und brutal attackiert wurde. Laut Reuters wurde der Beamte mit Stangen und anderen Gegenständen angegriffen. Ein Video zeigt die brutale Szene, die landesweit für Empörung sorgte.
Politische Reaktionen
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt scharf und sprach von einem „gezielten Angriff auf den Staat und seine Vertreter“. Innenminister Matteo Piantedosi bezeichnete die Angreifer als „Gefahr für die Demokratie“ und kündigte ein verschärftes Sicherheitspaket an. Auch die Vorsitzende der oppositionellen Demokratischen Partei, Elly Schlein, verurteilte die Gewalt und forderte eine schnelle Identifikation der Täter.
Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, besuchte den verletzten Polizisten im Krankenhaus und erklärte, dass dieser außer Lebensgefahr sei. Cirio kritisierte zudem die politische Instrumentalisierung des Vorfalls und forderte ein Ende der Gewalt.
Forderungen der Demonstranten
Die Demonstranten, darunter zahlreiche Studenten und Bürgerinitiativen, forderten die Wiedereröffnung des Askatasuna-Zentrums und kritisierten die Regierung für ihre „repressive Politik“. Laut Il Sole 24 Ore waren auch Gruppen wie die No-TAV-Bewegung und andere linke Organisationen an den Protesten beteiligt.
Die Ereignisse in Turin werfen ein Schlaglicht auf die zunehmenden Spannungen zwischen linken Aktivisten und der italienischen Regierung.
Quellen: exxpress.at, Il Sole 24 Ore, Reuters
Credits: APA
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