Gestrandet in Dubai: Österreicher attackiert Außenministerin Meinl-Reisinger scharf

Gestrandet in Dubai: Österreicher attackiert Außenministerin Meinl-Reisinger scharf

Während Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) über soziale Medien die Bemühungen Österreichs zur Evakuierung seiner Bürger aus der Nahost-Krisenregion hervorhebt, meldet sich ein Betroffener direkt aus Dubai mit harschen Vorwürfen. Der Unternehmer Thomas Treml wirft der Regierung Versagen im Krisenmanagement vor und zeichnet ein düsteres Bild der Lage vor Ort.

„Ihrer sehr positiven Darstellung kann ich nicht zustimmen“

Auf der Plattform X (vormals Twitter) verkündete Meinl-Reisinger am Dienstag, dass ein Evakuierungsflug aus Maskat (Oman) für Mittwoch geplant sei und Busse Österreicher aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in sicherere Gebiete bringen, wie der ORF berichtet. Doch diese Darstellung stößt auf heftigen Widerspruch.

Der in Dubai festsitzende Unternehmer Thomas Treml kommentierte den Beitrag der Ministerin auf LinkedIn mit deutlichen Worten. „Ich kann Ihrer sehr positiven Darstellung leider aus eigener Erfahrung in keinster Weise zustimmen“, zitiert ihn der Exxpress. Treml beschreibt eine völlig andere Realität, in der er und andere EU-Bürger seit Tagen festsäßen, während andere Nationen ihre Bürger längst ausgeflogen hätten.

Andere Länder schneller – Österreich bietet nur Busfahrt nach Riad

Treml ärgert sich vor allem über den Vergleich mit anderen EU-Staaten. Das Hotel, in dem rund 100 gestrandete EU-Bürger untergebracht waren, sei mittlerweile leer. „Diese wurden von ihren Regierungen direkt ausgeflogen“, so Treml laut dem Bericht im Exxpress. Er nennt explizit Tschechien und Slowenien als positive Beispiele.

Von österreichischer Seite habe es hingegen kaum nennenswerte Hilfe gegeben. Laut Treml wurde den Gestrandeten lediglich eine Busfahrt ins rund 20 Stunden entfernte Riad (Saudi-Arabien) angeboten. Eine weiterführende Unterstützung wie ein Hotel oder ein organisierter Flug sei danach aber ausgeblieben. Die Betroffenen wären wieder auf sich allein gestellt gewesen. Auch die von der Ministerin genannte Ausreisemöglichkeit über Maskat sei ihnen nie vorgeschlagen worden.

Außenministerium verweist auf Bemühungen

Das Außenministerium betonte indes nach einer Sitzung des Krisenstabes, man bemühe sich kontinuierlich, die Staatsbürger aus der Krisenregion zu holen. Demnach seien knapp 18.000 Österreicher in der Region registriert. Ein erster Flug mit „besonders vulnerablen Personen“ habe bereits am Sonntag stattgefunden. Der für Mittwoch geplante Flug aus Maskat soll rund 180 Personen nach Wien bringen. Ein Sprecher des Ministeriums versicherte, man stehe mit allen an einer Ausreise Interessierten in Kontakt und versuche, Berichte über schleppend anlaufende Hilfe zu relativieren.

Für Thomas Treml und andere Gestrandete bleibt die Lage jedoch angespannt. Sie warten weiter auf konkrete Schritte, die sie sicher und schnell nach Hause bringen.

Quellen: exxpress.at, orf.at, nachrichten.at
Credits: APA

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