Die diesjährige Fête de la Musique in Frankreich, ein landesweit gefeiertes Musikfest mit Konzerten unter freiem Himmel, wurde von einer Serie verstörender Vorfälle und Gewalttaten überschattet: Landesweit haben mehr als 145 Frauen Anzeige erstattet, weil sie während der Feierlichkeiten offenbar gezielt mit Spritzen attackiert wurden.
Besonders betroffen war die Hauptstadt Paris mit 21 gemeldeten Fällen. Laut Innenministerium wurden zwölf Tatverdächtige festgenommen. Wie die Behörden mitteilen, gibt es Hinweise darauf, dass die Taten möglicherweise im Vorfeld über soziale Netzwerke koordiniert wurden. In den Onlineplattformen sollen gezielte Aufrufe zu Angriffen auf Frauen während der Festlichkeiten kursiert sein. Die genauen Hintergründe bleiben vorerst unklar.
Toxikologische Untersuchungen laufen
Einige der Betroffenen berichteten nach den Stichen über plötzliche Übelkeit, Schwindel oder Unwohlsein, woraufhin sie in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Dort wurden toxikologische Tests eingeleitet. Welche Substanzen injiziert wurden, ist bislang jedoch nicht bekanntgegeben worden.
Besonders erschreckend ist ein Vorfall im westfranzösischen Angoulême: Dort sollen laut Polizeiangaben vier Personen festgenommen worden sein, die mutmaßlich 50 Menschen mit Spritzen verletzt haben.
Musikfest in Paris von Gewalt begleitet
Neben den Spritzenangriffen kam es auch andernorts zu Gewaltausbrüchen. In Paris gerieten Gruppen junger Menschen in teils heftige Auseinandersetzungen. Es kam zu Angriffen auf die Polizei sowie zu Sachbeschädigungen. Insgesamt wurden 371 Personen landesweit festgenommen, davon 89 in der Hauptstadt. 1500 Menschen erlitten leichte Verletzungen, wie das Innenministerium mitteilte.
Trotz dieser Vorfälle blieb die Beteiligung hoch. Besonders viele britische Touristen reisten nach Paris, um am bekannten Musikfest teilzunehmen. Auch in Deutschland wird die Fête de la Musique vielerorts zum Sommerbeginn gefeiert – meist friedlich.
Behörden stehen unter Druck
Die französischen Sicherheitsbehörden sehen sich nun mit Kritik konfrontiert. Die Angriffe werfen Fragen zur Sicherheitslage bei Großveranstaltungen auf – insbesondere zur Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum. Das Innenministerium kündigte eine gründliche Untersuchung und Auswertung der Vorfälle an.
Credit: APA
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