Berlin – Wo sonst verliebte Paare „Ja“ sagen, wird es jetzt politisch heiß: In einer exklusiven Eventlocation im Berliner Grunewald hat Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) am Sonntagnachmittag die zweitägige Klausur des CDU-Präsidiums eröffnet. Das brisante Thema: Wie soll die CDU mit der immer stärker werdenden AfD umgehen? Wie die „Bild“ berichtet, steht die Partei vor einer Zerreißprobe.
Die Brandmauer wackelt – oder doch nicht?
Die CDU steht unter Druck. Die sogenannte „Brandmauer“ gegen die AfD – keine Koalitionen, keine gemeinsamen Mehrheiten – hat bisher nicht verhindert, dass die Rechtsaußen-Partei in den Umfragen an der Union vorbeizieht. Besonders in Ostdeutschland gewinnt die AfD an Boden. Ein Jahr vor wichtigen Landtagswahlen will Merz nun Klarheit schaffen. Wie die „Bild“ weiter berichtet, soll ein einheitlicher Kurs festgelegt werden, der die Partei wieder auf Erfolgskurs bringt.
Doch die Union ist gespalten: Während der Merkel-Flügel vor einer Aufweichung der Brandmauer warnt, fürchten konservative Stimmen, vor allem aus dem Osten, den endgültigen Absturz, wenn die CDU sich mit linken Parteien gegen die AfD verbündet. Merz selbst stellte jedoch laut der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ klar: „Unter mir wird es keine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten geben.“
Angriff statt Ignorieren?
Wie aus Parteikreisen zu hören ist, könnte die CDU künftig auf Angriff setzen. „Attackieren statt ignorieren“ lautet eine der Strategien, die laut „Bild“ diskutiert werden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Die AfD hat bisher nicht regiert und kann daher nicht für Deutschlands Krisen verantwortlich gemacht werden. Besonders beim Thema Migration, einem Kernthema der AfD, fällt es der CDU schwer, die Partei anzugreifen. Anders sieht es bei der Außenpolitik aus: Die AfD wird für ihre freundliche Haltung gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin kritisiert, wie die „Bild“ berichtet.
Prominente Gäste und ein Blick in die Zukunft
Zur Klausur hat Merz auch den Psychologen Stefan Grünewald eingeladen. In einem Interview mit der „Welt“ warnte Grünewald kürzlich, dass die Brandmauer der CDU zur „Staumauer“ werden könnte, wenn die Bürger das Gefühl haben, dass Probleme nicht gelöst werden. „Dann wird die Brandmauer womöglich irgendwann obsolet, weil ein Regieren ohne die AfD nicht mehr möglich sein wird“, so Grünewald.
Wie ernst die CDU die AfD nimmt, machte Merz in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ deutlich: Bei den kommenden Wahlen werde es um die Frage „die oder wir“ gehen. Auch Unions-Fraktionschef Jens Spahn (45) betonte, die AfD wolle die CDU „vernichten“.
Ein Ausblick bis 2029
Die Klausur soll weit über den Tag hinaus wirken. Wie die „Bild“ erfuhr, steht ein Ausblick bis zur nächsten planmäßigen Bundestagswahl 2029 auf der Agenda. Die CDU will sich strategisch neu aufstellen, um die AfD in die Schranken zu weisen und ihre eigene Position zu stärken.
Credits: APA
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