Was sich hinter den verschlossenen Türen des Wiener Innenministeriums abspielt, sorgt für einen politischen Paukenschlag: Vertreter des radikal-islamischen Taliban-Regimes aus Afghanistan statteten Österreichs höchsten Sicherheitsbehörden einen Besuch ab. Was zunächst wie eine Szene aus einem Polit-Thriller klingt, wurde am Donnerstag offiziell vom Innenministerium bestätigt, wie die Nachrichtenplattform oe24.at berichtet.
Harte Linie bei Abschiebungen
Der Grund für das brisante Treffen ist die harte Haltung von Innenminister Gerhard Karner in der Asylpolitik. Österreich will straffällig gewordene und abgelehnte Asylwerber aus Afghanistan konsequent in ihr Heimatland abschieben – trotz der international umstrittenen Herrschaft der Taliban. Um solche Rückführungen überhaupt durchführen zu können, sei eine Kooperation mit der afghanischen Administration unumgänglich, so die offizielle Erklärung aus dem Ministerium.
Identifizierung von Straftätern im Fokus
Konkret ging es bei dem Besuch um handfeste Unterstützung: Die afghanische Delegation half dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) bei der Identifizierung von Personen, deren Abschiebung vorbereitet wird. Laut einer Aussendung des Ministeriums handelt es sich dabei um mehr als 20 Personen. Innenminister Karner hatte bereits vor Wochen angekündigt, dass solche Kontakte notwendig seien, um die Abschiebepolitik umzusetzen.
Nicht der erste Kontakt
Es ist nicht das erste Mal, dass österreichische Beamte mit den Taliban verhandeln. Bereits zu Beginn des Jahres reisten Mitarbeiter des BFA nach Afghanistan, um die Lage vor Ort zu sondieren. Mit diesem Gegenbesuch in Wien werden die diplomatischen Drähte nun weiter gefestigt. Österreich folgt damit dem Beispiel Deutschlands, das bereits Abschiebungen in die afghanische Hauptstadt Kabul durchgeführt hat. Der geheime Taliban-Besuch zeigt, wie entschlossen die Regierung ist, ihren Kurs in der Migrationsfrage durchzuziehen – auch wenn das bedeutet, mit einem der umstrittensten Regime der Welt zusammenzuarbeiten.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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