Die Stimmung ist angespannt, denn am Dienstag beginnen die Gehaltsverhandlungen für die Angestellten im öffentlichen Dienst. Für viele könnte eine bittere Realität kurz bevorstehen: empfindliche Gehaltsverluste, die sich auf mehrere tausend Euro summieren könnten. Wie oe24.at berichtet, hat das gewerkschaftsnahe Momentum Institut verschiedene Schreckensszenarien durchgerechnet, und die Zahlen sind für jeden öffentlich Bediensteten zutiefst beunruhigend.
Doppelte Nulllohnrunde bedeutet Desaster
Ein besonders brisantes Szenario ist eine kolportierte doppelte Nulllohnrunde für die Jahre 2027 und 2028. Während die Vereinbarung für 2026 – eine Erhöhung von 0,3 Prozentpunkten über der rollierenden Inflation – noch steht, könnten die darauffolgenden Jahre ein böses Erwachen bringen.
Laut den Berechnungen des Momentum Instituts würde dies für einen Angestellten mit einem monatlichen Bruttogehalt von 5.000 Euro einen gesamten Gehaltsverlust von sage und schreibe 5.680 Euro bedeuten. Die Auswirkungen sind je nach Gehaltsklasse unterschiedlich, aber niemand bliebe verschont. So würde eine Person mit einem Verdienst von 1.500 Euro brutto einen kumulierten Verlust von 1.704 Euro über beide Jahre hinweg erleiden. „Innerhalb von zwei Jahren gehen öffentliche Beschäftigte in dieser Gehaltsgruppe somit rechnerisch mehr als einen ganzen Monat de facto gratis arbeiten“, warnt Oliver Picek, Chefökonom am Momentum Institut.
Schon eine einzige Nulllohnrunde wäre schmerzhaft
Ein weiteres analysiertes Szenario sieht vor, den Gehaltskompromiss des Vorjahres aufzuschnüren und eine Nulllohnrunde für 2026 durchzusetzen. Die Folgen wären unmittelbar und gravierend. Je nach Einkommen könnten auf öffentlich Bedienstete jährliche Verluste zwischen 231 Euro (bei einem Gehalt von 500 Euro) und 2.312 Euro (bei einem Gehalt von 5.000 Euro) zukommen, wie oe24.at hervorhebt.
Ein lebenslanger Verlust
Die Warnung der Experten ist klar und düster. Eine Gehaltsanpassung, die nicht mindestens die rollierende Inflation ausgleicht, hat langfristige Folgen. „Der Gehaltsverlust zieht sich durch das ganze Leben der öffentlich Bediensteten“, betont Picek. Denn jede zukünftige Gehaltsanpassung und letztlich auch die Pension werden auf Basis des aktuellen Gehalts berechnet. Ein Schnitt heute bedeutet ein geringeres Einkommen auf Lebenszeit. Die bevorstehenden Verhandlungen entscheiden also nicht nur über den nächsten Gehaltszettel, sondern über die finanzielle Zukunft tausender engagierter Staatsdiener.
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