Gehalts-Poker: Eiszeit zwischen Regierung und Beamten

Gehalts-Poker: Eiszeit zwischen Regierung und Beamten

Die Luft im Verhandlungssaal war zum Schneiden dick. Nach nur zwei Stunden war die erste große Gehaltsrunde für die Beamten am Dienstag bereits wieder vorbei – und das Ergebnis ist mehr als ernüchternd. Regierung und Gewerkschaft stehen sich im Kampf um die Gehälter für 2026 unversöhnlich gegenüber. Von einer Einigung ist man meilenweit entfernt.

„Angebot war ungenügend“

Die Worte von Beamtengewerkschafts-Chef Eckehard Quin nach dem Treffen lassen tief blicken. „Naturgemäß ist man im Moment noch sehr weit auseinander“, erklärte er. Wie oe24.at berichtet, fand Quin deutliche Worte für das, was die Regierungsvertreter auf den Tisch legten: „Das Angebot der Dienstgeberseite war ungenügend.“ Was genau geboten wurde, darüber hüllt man sich in Schweigen, doch die Botschaft ist klar: So wird das nichts. Auch aufseiten der Regierung klang wenig Optimismus durch. Beamtenstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) sprach laut ORF.at von „harten, intensiven Verhandlungen“ und hofft, dass man überhaupt eine Einigung finden könne.

Ein brisanter Deal wird aufgeschnürt

Eigentlich hatten die Beamten bereits einen fixen Deal in der Tasche, der sogar im Nationalrat beschlossen wurde. Für 2026 sollte es eine Gehaltserhöhung von 0,3 Prozent über der Inflation geben. Doch die kleinen Kassen des Staates zwingen die Regierung zu einem beispiellosen Schritt: Sie will diesen bereits besiegelten Pakt wieder aufschnüren, um das Budget zu sanieren.

Wie ORF.at berichtet, wurde dieser Schritt von Staatssekretär Pröll als „historischer Moment“ bezeichnet. Doch für die Gewerkschaft ist es ein gefährlicher Balanceakt. Sie erklärte sich nur zu neuen Gesprächen bereit, weil die Regierung im Gegenzug die angedrohten Nulllohnrunden für 2027 und 2028 vom Tisch nehmen soll. Ein Nachgeben würde bedeuten, sich erneut auf ein Versprechen der Politik zu verlassen.

„Der Weg ist noch länger“

Die Gewerkschaftsführer Eckehard Quin (GÖD) und Christian Meidlinger (younion) stehen unter massivem Druck. Wie VOL.at meldet, ist die Begeisterung an der Basis über die neuen Verhandlungen „enden wollend“. Niemand will sich die Butter vom Brot nehmen lassen. Die roten Linien sind klar: keine Nulllohnrunden und kein einseitiges Aufkündigen des bestehenden Abkommens.

Dass ein schneller Abschluss in weiter Ferne liegt, machten auch die anderen Verhandler deutlich. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) sprach von einer schwierigen Ausgangslage. Und NEOS-Verhandlerin Martina von Künsberg Sarre brachte es auf den Punkt: „Der Weg ist noch länger.“ Ein neuer Verhandlungstermin soll Anfang nächster Woche stattfinden, wurde aber noch nicht offiziell bestätigt.

Credits: APA

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