Nach massiver Kritik und Boykott-Drohungen rudert die Wirtschaftskammer zurück: Statt einer satten Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent gibt es nur noch 2,1 Prozent.
Ein Machtwort, das Wellen schlägt
Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), hat entschieden: Die ursprünglich geplante Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent wird halbiert. „Was rechnerisch korrekt wäre, muss nicht immer das richtige Signal sein“, erklärte Mahrer gegenüber der Krone. Die Entscheidung fiel nach heftigen Protesten aus der Wirtschaft und Boykott-Aufrufen, unter anderem von Industriellen wie Stephan Zöchling, der drohte, die Kammerumlage nicht mehr zu zahlen.
Empörung in der Wirtschaft
Die geplante Erhöhung sorgte für einen Sturm der Entrüstung. Während viele Unternehmen mit mageren Lohnabschlüssen kämpfen, wollte sich die Kammer ein Plus gönnen, das weit über der Inflationsrate liegt. „Das ist eine Provokation!“, hieß es aus Unternehmerkreisen. Auch in der Regierung stieß die Entscheidung auf Unmut. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) schaltete sich persönlich ein und forderte ein Umdenken.
Reformen statt Automatismus
Die Gehälter der WKÖ-Mitarbeiter werden traditionell mit einem Jahr Verzögerung an die Kollektivvertragsabschlüsse angepasst. Doch Mahrer betonte, dass besondere Zeiten besondere Maßnahmen erfordern. „Die bisherige Formel ist zwar korrekt, berücksichtigt aber nicht die aktuellen Herausforderungen“, so der WKÖ-Chef. Die Kammer wolle ein „Reformmotor“ sein und ein positives Signal für den Standort Österreich setzen.
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