Gefährlicher Einsatz: Drohnenteile schlagen in UNIFIL-Camp mit Österreichern ein

Gefährlicher Einsatz: Drohnenteile schlagen in UNIFIL-Camp mit Österreichern ein

Im eskalierenden Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah geraten internationale Friedenstruppen zunehmend zwischen die Fronten — darunter 176 Angehörige des österreichischen Bundesheers.

Einschlag im Lager — Glück im Unglück

Am Sonntagvormittag, dem 8. März 2026, schlugen Teile abgeschossener Drohnen im UNIFIL-Camp im libanesischen Naqoura ein. Wie der ORF berichtet, sind in dem Stützpunkt auch österreichische Soldaten stationiert. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) meldete sich umgehend via X zu Wort: „Zum Glück wurde niemand verletzt“, schrieb sie — und verurteilte gleichzeitig „jegliche Handlung, die die Soldaten dieser Friedenstruppen gefährden oder in den Konflikt involvieren.“ Ihre Botschaft an alle Konfliktparteien war klar: „Die UNO-Truppen sind Friedenstruppen.“ Der Schutz der österreichischen Soldaten habe für sie „oberste Priorität.“

Bereits zweiter Angriff auf UNIFIL innerhalb weniger Tage

Der Vorfall in Naqoura ist kein Einzelfall. Wie vienna.at berichtet, hatte es bereits am Freitag davor einen schwerwiegenderen Zwischenfall gegeben: Zwei Raketen trafen den Stützpunkt der ghanaischen UNIFIL-Truppe in der Stadt Kawsah. Dabei wurden drei Soldaten schwer verletzt, ein Gebäude brannte vollständig nieder. Der libanesische Präsident Joseph Aoun machte Israel für diesen Angriff verantwortlich. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach in diesem Zusammenhang laut exxpress.at von einem „unverzeihlichen Angriff“ auf die Blauhelme.

Hintergrund: Neue Eskalationsspirale im Libanon

Die jüngste Gewalteskalation hat einen konkreten Auslöser. Wie nachrichten.at berichtet, begann die Hisbollah-Miliz am Montag der vergangenen Woche mit Raketenangriffen auf Ziele in Israel — als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei. Israel antwortete mit umfangreichen Luftangriffen auf mehrere Landesteile des Libanon. Laut Behördenangaben, wie puls24.at meldet, wurden im Zuge dieser jüngsten Eskalation mehr als 400 Menschen im Libanon getötet, Zehntausende wurden zur Flucht aufgefordert.

176 Österreicher im Einsatz — mit logistischen Aufgaben

Laut österreichischem Verteidigungsministerium, wie sn.at berichtet, sind derzeit 176 Angehörige des Bundesheers im Rahmen der UNIFIL-Mission im Süden des Libanon stationiert. Ihr Aufgabenbereich ist primär logistischer Natur: Transporte, Bergung und Instandsetzung von UNO-Fahrzeugen, Treibstoffversorgung und Lagerhaltung. Österreich ist seit Jahren fester Bestandteil dieser Friedensmission.

Mission läuft aus — Abzug bis 2027

Die Zukunft der UNIFIL-Mission ist bereits beschlossen. Wie vol.at berichtet, hat der UNO-Sicherheitsrat Ende August 2025 entschieden, dass die Mission Ende 2026 beendet wird. Auf Forderung Israels und der USA sollen die internationalen Blauhelme den Libanon im Verlauf des Jahres 2027 verlassen. Der jüngste Vorfall dürfte die Debatte über einen möglichen vorzeitigen Abzug der österreichischen Soldaten in Wien neu entfachen.


Quellen

  • exxpress.at: „Drohnen-Trümmer treffen UNO-Camp: 176 österreichische Soldaten vor Ort“ (Primärquelle) — exxpress.at
  • ORF/news.orf.at: „Österreicher-Camp der UNIFIL von Drohnenteilen getroffen“ — orf.at
  • vienna.at: „UNIFIL-Camp im Libanon von Drohnenteilen getroffen“ — vienna.at
  • puls24.at: „Österreicher-Camp der UNIFIL von Drohnenteilen getroffen“ — puls24.at
  • nachrichten.at: „Iran-Krieg: Österreicher-Camp der internationalen Friedenstruppe von Drohnenteilen getroffen“ — nachrichten.at
  • sn.at: „Österreicher-Camp der UNIFIL von Drohnenteilen getroffen“ — sn.at
  • vol.at: „UNIFIL-Camp im Libanon von Drohnenteilen getroffen“ — vol.at

Credits: APA

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