Gefährliche Gehirnwäsche: Wie Islamisten auf TikTok unsere Jugend radikalisieren

Gefährliche Gehirnwäsche: Wie Islamisten auf TikTok unsere Jugend radikalisieren

Es beginnt oft völlig harmlos. Ein kurzes Video über eine Pilgerfahrt nach Mekka, ein Zitat aus dem Koran oder ein paar motivierende Worte für den Alltag. Doch wer auf der Video-Plattform TikTok nicht aufpasst, rutscht erschreckend schnell in einen dunklen Abgrund. Radikale Prediger nutzen die App gezielt, um junge Männer mit extremistischem Gedankengut zu vergiften. Sicherheitsbehörden schlagen längst Alarm und warnen vor einer regelrechten „Blitzradikalisierung“.

Ein Selbsttest zeigt die bittere Realität. Es reicht aus, einen neuen Account anzulegen und kurz mit islamischen Inhalten zu interagieren. Schon nach wenigen Tagen spült der Algorithmus die Videos von bekannten islamistischen Predigern wie Pierre Vogel oder Abul Baraa auf den Bildschirm. Beide Männer werden vom Verfassungsschutz überwacht und der salafistischen Szene zugeordnet.

Alltagsfragen als gefährlicher Köder

Die Strategie der Extremisten ist perfide. Sie holen die Jugendlichen genau dort ab, wo sie stehen: bei ihren Problemen und Fragen im Alltag. Wie das ZDF berichtet, erreicht der Prediger Abul Baraa auf Plattformen wie TikTok und YouTube ein Millionenpublikum. Er beantwortet simple Fragen, etwa ob Muslime Musik hören dürfen oder ob sie an der Kasse eines Supermarkts arbeiten können. Die Antworten teilen die Welt strikt in Gut und Böse, in Erlaubt („Halal“) und Verboten („Haram“).

Laut WDR warnt zum Beispiel der TikTok-Prediger Abdelhamid in Videos davor, Rap-Musik zu hören, und fordert die Abkehr von westlichen Einflüssen. Erlaubt sind stattdessen sogenannte „Nasheeds“ – islamische Gesänge. Wie Exxpress berichtet, werden genau diese Lieder seit Jahren von Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat genutzt, um ihre brutale Ideologie zu verbreiten. In den Kommentaren unter solchen Videos wird sogar bekannten IS-Terroristen gehuldigt.

Der Algorithmus als Brandbeschleuniger

Die Gefahr ist akut, denn die Plattform selbst treibt die Radikalisierung voran. Wie der Deutschlandfunk unter Berufung auf Sonderberichte der Verfassungsschutzbehörden aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern berichtet, warnen Experten vor einer „TikTokisierung des Islamismus“. Der Algorithmus der App wirke wie ein Brandbeschleuniger. Die Jugendlichen werden mit immer neuen, immer radikaleren Videos überflutet.

Das Tückische daran: Eltern und Lehrer bekommen von dieser Gehirnwäsche oft überhaupt nichts mit. Viele Erwachsene nutzen die App selbst nicht und haben keinen Einblick in die digitale Welt ihrer Kinder. Wenn die Jugendlichen dann in geheime Chatgruppen auf Diensten wie Telegram wechseln, wo offene Gewaltaufrufe und IS-Propaganda geteilt werden, ist es für Hilfe von außen oft schon zu spät. Das bestätigt auch die Extremismus-Beratungsstelle „Salam“. Die Radikalisierung beginnt mit einem Wisch auf dem Smartphone – und endet im schlimmsten Fall im Extremismus.

Quelle: Exxpress, WDR, ZDF, Deutschlandfunk

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