Die Welt blickt heute gebannt nach Washington! Im Weißen Haus kommt es zum mit Hochspannung erwarteten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Auf dem Tisch liegt nicht weniger als die Hoffnung auf ein Ende des seit fast zwei Jahren tobenden Gaza-Kriegs. Gelingt den beiden Politikern der große Wurf, oder scheitert der Friedensversuch am Widerstand von Hardlinern?
Trumps Optimismus vor dem großen Treffen
Noch vor dem Gipfel, der um 17 Uhr unserer Zeit beginnen soll, schürt Donald Trump die Erwartungen. Er habe eine „sehr gute Resonanz“ auf seinen Vorschlag zur Beendigung des Krieges erhalten, sagte der US-Präsident der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefoninterview. Trump zeigte sich zuversichtlich, bei dem Treffen die endgültige Zustimmung von Netanyahu zu bekommen. „Wir bekommen eine sehr gute Resonanz, weil auch Bibi den Deal machen will“, so Trump, der Netanyahus Spitznamen verwendete.
Der geheime 21-Punkte-Plan
Im Zentrum der Verhandlungen steht ein 21-Punkte-Plan, den die USA kürzlich bei den Vereinten Nationen vorgestellt haben. Wie oe24.at berichtet, besteht dieser Plan aus drei entscheidenden Komponenten:
- Die Rückkehr aller Geiseln: Eine zentrale Forderung Israels seit Beginn des Konflikts.
- Die Beendigung der Bedrohung durch die Hamas: Israel will sicherstellen, dass von der Terrororganisation keine Gefahr mehr ausgeht.
- Mehr humanitäre Hilfe für Gaza: Die katastrophale Lage der Zivilbevölkerung soll dringend verbessert werden.
Ein Vertreter des Weißen Hauses fügte hinzu, dass der Plan auch einen Stopp israelischer Angriffe auf Katar sowie einen neuen Dialog zwischen Israelis und Palästinensern über eine „friedliche Koexistenz“ vorsieht. Offenbar wurde der Plan hinter den Kulissen bereits mit wichtigen arabischen Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Jordanien abgestimmt.
Zerreißprobe für Netanyahu: Druck von allen Seiten
Während Trump auf einen schnellen Erfolg hofft, steht Benjamin Netanyahu in der Heimat massiv unter Druck. Seine ultra-rechten Koalitionspartner und einflussreiche Siedlervertreter laufen Sturm gegen jede Form von Nachgiebigkeit. Sie fordern eine vollständige militärische Zerschlagung der Hamas und die Annexion von Teilen des Westjordanlandes.
Doch Netanyahu deutete in einem Interview mit dem US-Sender Fox News ein mögliches Entgegenkommen an. Er schloss eine Amnestie für Anführer der Hamas nicht aus, sollten diese das Land verlassen, den Krieg beenden und alle Geiseln freilassen. Ein hochrangiger US-Beamter teilte laut dem Axios-Reporter Barak Ravid mit, dass die USA und Israel nach Vorgesprächen zwischen Trumps Sondergesandten Steve Witkoff, seinem Schwiegersohn Jared Kushner und Netanyahu kurz vor einer Einigung stünden.
Was will die Hamas?
Die entscheidende Frage bleibt: Was sagt die Hamas zu dem Plan? Ein Vertreter der Terrororganisation erklärte noch am Samstag, man habe den US-Plan bisher gar nicht gesehen. Trump hingegen behauptet: „Alle wollen es, und die Hamas will es, und einer der Gründe dafür ist, dass alle den Krieg satt haben.“
Die kommenden Stunden werden zeigen, ob Trumps Optimismus berechtigt ist. Fällt heute in Washington tatsächlich die Entscheidung, die den blutigen Konflikt im Nahen Osten endlich beendet?
Credits: APA
Quelle: oe24
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