Während normale Arbeitnehmer jeden Cent zweimal umdrehen müssen, scheint bei den eigenen Vertretern das Geld nur so zu sprudeln. Nach der Aufregung um die Gehälter in der Wirtschaftskammer rücken nun, wie die „Krone“ enthüllt, die Gagen der Spitzenfunktionäre von Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaftsbund (ÖGB) ins Rampenlicht. Und die haben es in sich: Hier wird geklotzt, nicht gekleckert!
AK-Chefin überholt sogar Wirtschaftskammer-Boss
An der Spitze des Gagen-Karussells steht ausgerechnet Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. Mit einem monatlichen Bruttogehalt von 14.492 Euro, das ganze 14-mal im Jahr ausbezahlt wird, steckt sie ihr Gegenüber von der Wirtschaftskammer, Harald Mahrer, locker in die Tasche. Während Mahrer auf „nur“ gut 180.000 Euro im Jahr kommt, überschreitet Anderl die 200.000-Euro-Marke. Ihr Gehalt ist gesetzlich an das eines Nationalrats gekoppelt und beträgt stolze 140 Prozent davon. Obwohl für heuer und 2026 Nulllohnrunden angekündigt wurden, verteidigt Anderl die Bezüge: „Wir haben ein ruhiges Gewissen, wir hängen am Bezügebegrenzungsgesetz.“
Direktorin verdient mehr als ein Minister
Doch es geht noch opulenter: AK-Direktorin Silvia Hruška-Frank stellt selbst ihre Präsidentin in den Schatten. Mit einem monatlichen Salär von 20.638 Euro verdient sie mehr als ein amtierender Bundesminister. Auch in den Bundesländern wird ordentlich zugelangt. Der oberösterreichische AK-Chef Andreas Stangl kassiert, wie berichtet wird, 13.457 Euro (14-mal jährlich), und seine Direktorin kommt ebenfalls auf über 20.000 Euro. In der Steiermark sind es für den Präsidenten knapp 13.200 Euro und für den Direktor fast 20.000 Euro. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Unter 6.900 Euro netto geht bei den AK-Spitzen niemand nach Hause.
Auch beim ÖGB wird kräftig abkassiert
Nicht anders sieht die Lage beim Österreichischen Gewerkschaftsbund aus. Der 27-köpfige Vorstand weist, so die „Krone“, ebenfalls stattliche Bezüge aus. Kurios: Bei der Veröffentlichung der Netto-Gehälter auf der Website werden nicht nur Steuern, sondern auch Parteiabgaben bereits abgezogen.
Überraschenderweise ist ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian nicht der Topverdiener. An der Spitze thront der schwarze Beamten-Vertreter Eckehard Quin mit 9.789 Euro netto pro Monat, was einem Bruttogehalt von über 18.000 Euro entspricht. Dahinter folgen weitere Funktionäre mit Netto-Monatsgehältern, die an der 10.000-Euro-Marke kratzen. Katzian selbst reiht sich mit 9.510 Euro netto weiter hinten ein. Obwohl viele dieser Einkommen auch aus Mandaten als Nationalrat stammen und somit aus Steuergeld finanziert werden, bleibt der Eindruck eines goldenen Käfigs für Arbeitervertreter, der mit der Lebensrealität ihrer Mitglieder wenig zu tun hat.
Quelle: Krone
Credits: APA
Neueste Kommentare