Gagen-Skandal und Polit-Beben: Mahrers Sessel wackelt bedenklich

Gagen-Skandal und Polit-Beben: Mahrers Sessel wackelt bedenklich

Die Luft für Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer wird immer dünner. Nach einem handfesten Skandal um üppige Gehaltserhöhungen in der Kammer und massivem Druck aus den eigenen Reihen steht der einst so mächtige ÖVP-Wirtschaftsboss mit dem Rücken zur Wand. Während er verzweifelt um sein politisches Überleben kämpft, reibt sich einer die Hände: FPÖ-Chef Herbert Kickl.

Wasser predigen, Wein trinken: Der Auslöser des Debakels

Was war passiert? Mitten in einer Zeit, in der Unternehmen und Bürger den Gürtel enger schnallen müssen, genehmigte sich die Wirtschaftskammer eine satte Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent für ihre Mitarbeiter. Eine Nachricht, die wie eine Bombe einschlug. Als wäre das nicht genug, kamen Details über explodierende Funktionärsgagen in den Länderkammern und Berichte über Luxus-Feiern mit „Entenleber, Trüffel und Kalbsrückenfilet“ ans Licht, wie der Falter aufdeckte.

Mahrers Versuch, die Wogen zu glätten, ging spektakulär schief. Er verkündete medienwirksam ein „Machtwort“ und versprach, die Erhöhung zu halbieren. Doch wie der Falter berichtet, entpuppte sich dies als reiner PR-Gag. Die Erhöhung wurde lediglich um sechs Monate verschoben, was am Jahresende sogar zu einem größeren Plus führt. Dieses Kommunikationsdesaster brachte das Fass endgültig zum Überlaufen.

Offener Aufstand in der ÖVP

Die Kritik kommt längst nicht mehr nur von der Opposition. Mächtige Parteikollegen legen Mahrer nun offen den Rücktritt nahe. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sprach laut heute.at von einem „Frontalschaden“ und forderte, dass „in Wien die richtigen Schlüsse im Sinne der Wirtschaft gezogen werden“. Auch ihr oberösterreichischer Amtskollege Thomas Stelzer distanzierte sich und überließ die Entscheidung über Mahrers Zukunft den Gremien der Kammer oder Mahrer selbst.

Der Druck ist enorm. Die einflussreiche „Tiroler Adler Runde“, eine Plattform namhafter Unternehmer, forderte in einer Aussendung den sofortigen Rücktritt und warf der Kammerspitze vor, „jegliche Bodenhaftung“ verloren zu haben.

Ein „verfrühtes Christkindl für Herbert Kickl“

Während Mahrer in den Seilen hängt, gibt es einen strahlenden Gewinner. Der Politik-Experte Thomas Hofer bezeichnete die Causa in der ZiB2 als „verfrühtes Christkindl für Herbert Kickl“, wie oe24.at zitiert. Die FPÖ nutzt den Skandal genüsslich aus, um das Bild der abgehobenen Eliten zu zementieren und sich als Anwalt der „kleinen Leute“ zu inszenieren.

Mahrer selbst versuchte, mit einem taktischen Rückzug Druck aus dem Kessel zu nehmen, indem er sein Amt als Präsident der Nationalbank niederlegte. Doch dieser Schritt verpuffte wirkungslos. Die Rufe nach einem kompletten Neuanfang an der Spitze der Wirtschaftskammer werden lauter. Ob Harald Mahrer diesen Sturm aussitzen kann, ist mehr als fraglich. Die nächsten Tage werden zeigen, ob sein Sessel endgültig fällt.

Quellen: ZIB2, oe24, Falter, heute.at

Credits: APA

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