Die Diskussion um die Einführung von Fußfesseln für islamistische Gefährder sorgt in Österreich für hitzige Debatten. Während die ÖVP diese Maßnahme als wichtigen Schritt zur Erhöhung der Sicherheit bezeichnet, kritisiert die FPÖ den Vorschlag scharf und spricht von einer „sicherheitspolitischen Bankrotterklärung“.
Die Position der FPÖ
FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann äußerte sich deutlich gegen die Einführung von Fußfesseln für islamistische Gefährder. Laut Darmann sei dies ein „Eingeständnis des eigenen Versagens“ der Regierung. Er wirft der ÖVP vor, lediglich an Symptomen zu arbeiten, anstatt die Ursachen zu bekämpfen. „Die Regierung gibt damit offen zu, dass sie die Kontrolle über hochgefährliche Islamisten verloren hat und nicht in der Lage ist, die Bevölkerung zu schützen“, so Darmann in einer Stellungnahme gegenüber dem Nachrichtenportal Exxpress.
Die FPÖ fordert stattdessen ein umfassendes Verbotsgesetz gegen den politischen Islam und plädiert für eine konsequente Abschiebung von Gefährdern. Darmann betonte, dass die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung nur durch einen radikalen Kurswechsel gewährleistet werden könne, der unter einer FPÖ-geführten Regierung möglich sei.
Die Sicht der ÖVP
Die ÖVP hingegen verteidigt die Einführung der Fußfessel als notwendige Maßnahme, um die Sicherheit in Österreich zu erhöhen. Nico Marchetti, Generalsekretär der Volkspartei, erklärte in einer Pressemitteilung, dass insbesondere islamistische Hochrisikogefährder auch nach der Haftentlassung eine Bedrohung darstellen könnten. „Eine Fußfessel muss es auch für islamistische Hochrisikogefährder nach einer Haftentlassung geben“, so Marchetti.
Er verwies auf Fälle, in denen Deradikalisierungsmaßnahmen im Strafvollzug nicht erfolgreich waren. Ein Beispiel sei ein 15-jähriger IS-Anhänger, der trotz Haftstrafe an seinen extremistischen Plänen festhielt. Laut Marchetti sei die Fußfessel ein konsequenter Schritt im Rahmen der Null-Toleranz-Politik der ÖVP.
Ein umstrittenes Instrument
Die Einführung von Fußfesseln für Gefährder ist nicht nur ein politisches, sondern auch ein gesellschaftliches Streitthema. Kritiker bemängeln, dass diese Maßnahme lediglich eine Überwachung ermögliche, jedoch keine langfristige Lösung für das Problem der Radikalisierung darstelle. Befürworter hingegen sehen darin ein wirksames Mittel, um die Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen und potenzielle Gefährder besser zu kontrollieren.
Credits: APA
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