Frühling in Wien: So retten Spaziergänger das Leben junger Wildtiere

Frühling in Wien: So retten Spaziergänger das Leben junger Wildtiere

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwacht nicht nur die Natur, sondern auch das Leben in Wiens Wäldern und Parks. Doch was viele nicht wissen: Gerade jetzt ist Vorsicht geboten, denn falsche Tierliebe kann für Jungtiere tödlich enden.

Jungtiere: Verlassen? Nein, nur gut versteckt!

Wie Günther Annerl vom Wildtierservice der Stadt Wien erklärt, wirken viele Jungtiere wie Hasen oder Rehkitze verlassen, doch das täuscht. Die Elterntiere sind meist in der Nähe, halten sich aber bewusst fern, um keine Fressfeinde anzulocken. „Bitte lassen Sie die Tiere in Ruhe und entfernen Sie sich“, appelliert Annerl eindringlich.

Auch Jungvögel, die scheinbar hilflos am Boden sitzen, sind oft nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Laut der Plattform Stadtwildtiere Wien handelt es sich dabei häufig um sogenannte Ästlinge, die von ihren Eltern weiterhin versorgt werden.

Die goldenen Regeln für Tierfreunde

Um den Nachwuchs der Wildtiere zu schützen, gibt es klare Verhaltensregeln:

  • Nicht anfassen oder mitnehmen: Der menschliche Geruch kann dazu führen, dass Elterntiere ihre Jungen nicht mehr annehmen.
  • Abstand halten: Schon das Nähern kann Jungtiere in Gefahr bringen.
  • Hunde an die Leine: Wie der Niederösterreichische Jagdverband betont, sind Hunde eine große Gefahr für Jungtiere, die auf ihre Tarnung vertrauen.

Wann ist Hilfe wirklich nötig?

Nur verletzte oder offensichtlich verwaiste Tiere benötigen menschliche Unterstützung. In solchen Fällen sollte man sich an Experten wie das Wildtierservice oder spezialisierte Pflegestationen wenden. „Laien können die hohen Ansprüche an Temperatur und Nahrung oft nicht erfüllen“, warnt der Jagdverband.

Indirekt helfen: So geht’s

Wer Wildtiere unterstützen möchte, kann dies auch ohne direkten Kontakt tun. Das Aufhängen von Nistkästen oder der Verzicht auf das Zurückschneiden von Hecken im Frühling schafft wichtige Rückzugsorte. Zudem rät Stadtwildtiere Wien, Tierhaare nicht als vermeintliches Nistmaterial in der Natur zu hinterlassen, da diese Jungvögeln schaden können.

Ein Appell an alle Naturfreunde

Der Frühling ist eine Zeit des Lebens – und der Verantwortung. Mit einfachen Maßnahmen können Spaziergänger dazu beitragen, dass Wiens Wildtiere sicher aufwachsen. Also: Abstand halten, beobachten und die Natur genießen – ganz ohne Eingriffe.

Quellen: oe24.at, wien.stadtwildtiere.at, presse.wien.gv.at, noejagdverband.at
Credits: APA

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