Frauenquote: Ein Schritt in Richtung Gleichstellung oder ein Rückschritt?

Frauenquote: Ein Schritt in Richtung Gleichstellung oder ein Rückschritt?

Die österreichische Regierung hat beschlossen, die Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen auf 40 Prozent zu erhöhen. Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) verkündete diese Entscheidung mit Stolz und betonte, dass die Quote bereits jetzt bei rund 32 Prozent liege. Doch was bedeutet das für die Wirtschaft und die betroffenen Unternehmen?

„Mit dieser Maßnahme setzen wir ein klares Zeichen für mehr Gleichstellung in der Wirtschaft“, erklärte Sporrer. Die Regelung sieht vor, dass bei Nichteinhaltung der Quote freigewordene Aufsichtsratsposten nicht nachbesetzt werden dürfen. Zudem sollen Sozialpartner Frauen in mittleren Führungsebenen stärker fördern.

Lob und Kritik: Die Meinungen gehen auseinander

Während das Aktienforum und der Interessenverband für Anleger (IVA) den Kompromiss begrüßen, hagelt es Kritik von der FPÖ und der Wirtschaftskammer (WKÖ). FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker sieht in der Quote ein „Misstrauensvotum gegen die Kompetenz und Leistung von Frauen“. Sie befürchtet, dass Frauen künftig als „Quotenfrauen“ abgestempelt werden könnten.

Auch WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger kritisiert die „Übererfüllung“ der EU-Vorgaben. „Das ist ein unnötiger Eingriff in die unternehmerische Freiheit“, so Danninger. Auf der anderen Seite betonte Angelika Sommer-Hemetsberger vom Aktienforum, dass der Entwurf nun „Rechtssicherheit und Planungssicherheit“ für Unternehmen gewährleiste.

Ein Kompromiss mit Tücken?

Die Justizministerin räumte ein, dass eine verbindliche Quote für Vorstände „wünschenswert“ gewesen wäre, jedoch in einigen technischen Bereichen nicht umsetzbar sei. Florian Beckermann vom IVA betonte, dass es letztlich nicht um Quoten, sondern um „Kompetenz und Leistung“ gehe.

Quellen: exxpress.at, APA
Credits: APA

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