Das unfassbare Verhalten des österreichischen Spitzenbeamten im Außenministerium, der einen extrem frauenfeindlichen Sex-Blog betrieb, wird zum Politik-Skandal: „Der Mann ist kein ‚kleines Rädchen am Wagen‘, sondern seit Jahrzehnten in zentralen Funktionen tätig – etwa auch als Kabinettschef im Bundeskanzleramt“, sieht FPÖ-Klubobmann-Stellvertreterin Susanne Fürst eine Spur bis in die ÖVP-Spitze.
Wie exxtra24-Leser bereits seit Samstag wissen, hat das Wiener Investigativmedium Fass ohne Boden gemeinsam mit Unterstützung von unserem Newsportal den ungeheuerlichen Skandalfall in Österreichs Außenministerium aufgedeckt: Ein Spitzenbeamter betrieb über Jahre einen widerlichen, vor Gewalt und Frauenfeindlichkeit strotzenden Web-Blog – und könnte mit seiner Internet-Aktivität auch gefährliche Lücken in der Cyber-Sicherheit des Außenministeriums verursacht haben. Der Cyber-Angriff auf das Ministerium 2020 müsste deshalb neu aufgerollt werden.
Nach einer mehrtägigen Schockstarre hat nun Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) die Abberufung des Botschafters durchgesetzt – der Opposition ist das aber bei weitem zu wenig, die FPÖ fordert „volle Aufklärung“, auch der Verbindungen des Botschafters zur höchsten Spitze der ÖVP.
Susanne Fürst, die FPÖ-Klubobmann-Stellvertreterin, sagt dazu: „Ein Spitzendiplomat soll ein Doppelleben geführt und neben seinem Job als Botschafter abstoßende sado-masochistische Aktivitäten ausgelebt haben. Mit der Abberufung des Beamten sei die Angelegenheit aber nicht erledigt. Der Mann ist kein ‚kleines Rädchen am Wagen‘, sondern seit Jahrzehnten in zentralen Funktionen tätig – etwa auch als Kabinettschef im Bundeskanzleramt sowie im Außenministerium. Er ist eine Größe innerhalb der ÖVP-Familie. Die Öffentlichkeit hat deshalb volle Aufklärung verdient.“
Engster Mitarbeiter von zwei ÖVP-Kanzlern
Damit outet die FPÖ-Politikerin den Spitzenbeamten auch als Kabinettschef von zwei Kanzlern – was bei diesem Fall noch mehr Fragen aufwirft: Wussten Top-Politiker der ÖVP von den Web-Aktivitäten ihres engsten Mitarbeiters und ignorierten sie dessen Hobby?
Susanne Fürst kritisiert dabei auch das Personalmanagement der ÖVP-Spitze: „Es ist mir unerklärlich, wie jemand mit einer derartigen Einstellung Karriere machen kann, die ihn in die mächtigsten Jobs des Landes führen. Die Personalauswahl der ÖVP war auch schon einmal besser.“
Und sie will von Meinl-Reisinger mehr Informationen zu diesem Skandal-Fall: „Wurde hier auch Infrastruktur der Republik dafür verwendet wie beispielsweise Computer, Laptops, Tablets oder andere Geräte? Fanden diese Umtriebe innerhalb der Dienstzeit statt? Auf all diese Fragen erwarten wir Antworten von Außenministerin Meinl-Reisinger.“

Susanne Fürst, FPÖ
Credits: APA
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