FPÖ lädt zum Tanken – 1,32 Euro für den Liter Super

FPÖ lädt zum Tanken – 1,32 Euro für den Liter Super

Die Freiheitlichen machen Druck beim Spritpreis: Mit einer Sonderaktion in Wien-Ottakring demonstrieren sie, was Benzin ihrer Meinung nach kosten sollte. Der politische Hintergrund ist brisanter als die Tankrabatt-Aktion selbst.

Günstig tanken in der Brunnengasse

Wer am Sonntagnachmittag in Wien-Ottakring tankt, zahlt deutlich weniger als üblich. Wie oe24 berichtet, lädt die FPÖ an der Bunnentankstelle in der Brunnengasse 4 zwischen 16 und 18 Uhr zum sogenannten „Tanken zu FPÖ-Preisen“ ein: Ein Liter Super kostet dort 1,32 Euro, Diesel 1,53 Euro. Vor Ort sind FPÖ-Landesparteiobmann Dominik Nepp und FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz.

Die Aktion ist kein spontaner Gag, sondern gezielte politische Werbung für das eigene Steuermodell.

Kickls Gegenmodell: 44 Cent weniger – aber wie finanziert?

Einen Tag zuvor hatte FPÖ-Chef Herbert Kickl in einer Parteiaussendung ein eigenes Entlastungspaket vorgestellt. Wie MeinBezirk.at berichtet, will Kickl die CO₂-Steuer ersatzlos streichen und die Mineralölsteuer halbieren – das brächte laut seinen Berechnungen eine Senkung um 44 Cent pro Liter Benzin und 40 Cent bei Diesel. Die Gesamtkosten: rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Gegenfinanzierung bleibt politisch heiß umstritten. Kickl will das Geld durch ein Ende der Ukraine-Hilfen sowie die Streichung von Klima- und Transformationsförderungen hereinholen. In Richtung ÖVP-Kanzler Christian Stocker formuliert er es wie folgt: Dieser müsse sich entscheiden, ob er lieber 2,4 Milliarden für die Ukraine ausgebe oder das Geld den österreichischen Autofahrern zugutekommen lasse.

Regierungsmodell: 10 Cent ab 1. April – mit Haken

Das Regierungsmodell, das ÖVP, SPÖ und NEOS planen, sieht laut ORF eine Kombination aus Mineralölsteuersenkung und Margendeckel für Raffinerien und Tankstellen vor. Die Entlastung soll im Schnitt rund 10 Cent pro Liter betragen – deutlich weniger als das, was Kickl verspricht. Die Maßnahmen sollen ab 1. April gelten und sind vorerst bis Jahresende befristet.

Der Haken: Für die Umsetzung braucht die Koalition eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat. Die hat sie alleine nicht. Wie das Parlament berichtet, soll das Gesetzespaket – Novellen zum Preisgesetz und zum Mineralölsteuergesetz – bereits am Montag in einer Sondersitzung eingebracht werden, der Beschluss ist für Mittwoch oder Donnerstag geplant.

FPÖ stimmt nicht zu – Grüne noch unentschieden

Die FPÖ wird dem Regierungsmodell aller Voraussicht nach nicht zustimmen. Kickl bezeichnete es bereits als „Placebo“ und „Murks“. Auch die Grünen haben ihre Zustimmung laut oe24 noch nicht signalisiert, obwohl grundsätzlich positive Signale kamen. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) betonte laut MeinBezirk.at seinerseits, die Maßnahme müsse budgetneutral bleiben – eine Abschaffung der CO₂-Steuer, wie von der FPÖ gefordert, schließe er kategorisch aus.

Die Tankstellen-Aktion in Ottakring zeigt damit, worum es wirklich geht: nicht ums Tanken, sondern um die Deutungshoheit in einer der drängendsten Wirtschaftsfragen des Frühjahrs 2026.


Quellen:

  • oe24.at: Freiheitliche laden zum „Tanken zu FPÖ-Preisen“ (21.03.2026)
  • oe24.at: Spritpreisbremse – Kickl legt eigenes Modell vor (21.03.2026)
  • ORF.at: Ministerrat – Regierung plant Spritpreisbremse (18.03.2026)
  • MeinBezirk.at: Kickl will Spritpreisbremse durch Steuersenkungen (22.03.2026)
  • MeinBezirk.at: Marterbauer verteidigt Spritpreisbremse & kündigt Sparpaket an (22.03.2026)
  • Parlament.gv.at: TOP im Nationalrat am 25. März 2026 (20.03.2026)

Credits: APA

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