Ein Dokumentarfilm über SPÖ-Chef Andreas Babler, der mit öffentlichen Geldern finanziert wurde, sorgt für hitzige Debatten. Die FPÖ spricht von „Propaganda auf Kosten der Steuerzahler“ und fordert eine Rückzahlung der Fördermittel.
Ein Film und seine Finanzierung
Der Dokumentarfilm „Wahlkampf“ von Regisseur Harald Friedl begleitet Andreas Babler durch den Nationalratswahlkampf 2024. Laut dem Kulturministerium wurden die Fördermittel für den Film – insgesamt über 300.000 Euro – noch unter der türkis-grünen Vorgängerregierung genehmigt. Die Gelder stammen aus dem Österreichischen Filminstitut (ÖFI), dem Filmfonds Wien und dem Land Niederösterreich. Wie der „Standard“ berichtet, betonte das Ministerium, dass die Entscheidungen von unabhängigen Jurys getroffen wurden.
Kritik von der FPÖ
Die FPÖ sieht in der Finanzierung des Films einen „dreisten Fördergeldmissbrauch“. FPÖ-Kultursprecher Wendelin Mölzer äußerte den Verdacht einer „indirekten Parteienfinanzierung“ und kündigte eine parlamentarische Anfrage an. Auch FPÖ-Bundesparteisprecherin Lisa Schuch-Gubik kritisierte den Film scharf und forderte die SPÖ auf, die Kosten aus der Parteikasse zurückzuzahlen. Auf Facebook schrieb sie: „Das ist keine Kunst, das ist PR auf Kosten der Bevölkerung.“
Was zeigt der Film?
„Wahlkampf“ wurde kürzlich beim Grazer Austro-Kinofestival Diagonale uraufgeführt. Der Film zeigt Szenen aus zwei Jahren Wahlkampf und verzichtet auf Kommentare oder Interviews. Regisseur Friedl erklärte gegenüber „Profil“, dass der Film im Stil des Direct Cinema gehalten sei und keine einseitige Darstellung beabsichtige. Babler selbst hatte laut Friedl keinen Einfluss auf die Gestaltung des Films.
Ein politisches Minenfeld
Die Diskussion um den Film zeigt, wie sensibel das Thema der öffentlichen Filmförderung ist. Während die FPÖ den Film als „Werbevideo“ bezeichnet, verteidigen andere Stimmen die Förderung als branchenüblich. Friedl betonte, dass der Film keine Propaganda sei, sondern die politische Arbeit Bablers dokumentiere.
Quellen: exxpress.at, profil.at, derstandard.de
Credits: APA
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